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„Das kleine Glück heißt Geduld!“ rät Olaf Radünz, Ausbilder der klassischen Dressur

Wer kleine Fortschritte im Ausbildungsalltag wertschätzt, muss das große Glück nicht mehr jagen. Sondern kann darauf vertrauen, dass es irgendwann von selbst kommt.

In keinem anderen Sport haben wir so viele Sparten und doch dreht es sich immer um das gleiche - das Pferd. Die Medien überfüllt mit Ausbildungstipps, Tricks und Methoden, sodass sich jeder für sich und seine Mensch-Pferd Beziehung das Beste heraussuche und seinen Weg finde. Das Pferd als Freizeitpartner, Statussymbol oder Sportathlet hat seinen Platz in unserer Gesellschaft gefunden. Die Zukunft der Pferde scheint also gesichert, hab Dank der Veränderung der ökonomischen Verhältnisse, die es mehr Menschen ermöglicht, reiten zu lernen. So stellt das Pferd eine wahre Bereicherung in unserem Leben dar. Danken wollen wir es ihm mit der Verantwortung, die wir Übernommen haben, welche das Vermeiden von schlechter Tierhaltung und Verschleiß durch gutes Management beinhaltet.

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Gutes Management besteht aus Kenntnissen, Beobachtung, Verständnis und Kommunikation. Es ist ein klarer und notwendiger Beitrag zum guten Reiten! Es sollte keinem Spaß machen, ein krankes oder unglückliches Pferd zu trainieren, denn ein missmutiges Pferd ist nicht so erfolgreich wie ein zufriedenes. So müssen wir lernen die Rechte eines Tieres, welches nicht für sich selbst sprechen kann zu respektieren und mit anderen Augen zu betrachten.

Wir können es als Kommunikation, eine Art Sprache von Hilfen am Boden und unter dem Sattel bezeichnen. Definitiv ist die Bezeichnung unwichtig, solange es ein Austausch von Botschaften ist, die entweder mit einem Menschen oder einem Tier dazu führen in Klarheit ein gegenseitiges Verstehen zu ermöglichen.

Eines jeden Reiters Hoffnung basiert darauf, mit dem Pferd einen Dialog zu finden, bei dem sich Reiter und Pferd entwickeln können - also eine Erziehung und Ausbildung auf Hilfen, die allmählich fortschreitet bis hin zu dem Punkt, wo der Dialog, die Hilfen, verstanden werden, ohne langweiligen, zänkischen Monolog. Wollen wir den Dialog mit dem Pferd finden, benötigen wir zu aller erst die nötigen Kenntnisse, sodass sich die Aufmerksamkeit daraus ergibt. Eine andere Art hat andere Bedürfnisse, Veranlagungen, Verhaltensweisen und Eigenschaften. Hier muss der Reiter und Pferdebesitzer seiner Verantwortung nachkommen, sein Wissen / seine Kenntnisse zu erweitern, um sich Klarheit über sein Pferd zu verschaffen, denn nur so lernt er Reaktionen zu verstehen.

Grundsätzlich gilt: Ein Pferd reagiert für sich immer richtig!

Von Anfang an heißt es also die richtige Basis zu schaffen. Vertrauensvoll, gefühlvoll und konsequent gestaltet sich der erste Umgang mit dem jungen Pferd und setzt sich während der Ausbildung fort.

Die Basis Arbeit am Boden und an der Hand orientiert sich an den psychischen und physischen Stärken und holt das Pferd an seinem Ist Zustand ab. Ausschlaggebend für die Schulung des jungen Pferdes an der Hand / Longe / Sattel ist auch der Charakter, daher habe ich aufgehört den Ausbildungsstand eines Pferdes am Alter fest zu machen - nur so erreicht man auch die psychische und physische Losgelassenheit bei gleichbleibender Motivation. Es ist nicht maßgebend nach einer bzw. der FN oder Barockausbildungsskala zu gehen - unterschiedlich und individuell gestaltet sich der Ausbildungsweg des Einzelnen und wird vom täglichen Ist Zustand vorgegeben. Die Basis ist unabdingbar in der Ausbildung, so stellt diese den täglichen roten Leitfaden dar - an den man sich hält!

„Würde man jeden Tag 1% verbessern wäre nach 100 Tagen die Ausbildung abgeschlossen,“ dies ruft in unser Bewusstsein, dass sich der tägliche Fortschritt der Ausbildung eines Pferdes im Promille Bereich bewegt und somit kleinste Verbesserungen im Umgang und der täglichen Arbeit belohnt werden müssen.

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Ich erinnere mich gern an eine Aussage des bekannten Reitmeisters Egon von Neindorff, dieser sprach von einem „Orchester der Hilfengebung“ - so beschreibt er sehr schön die Tatsache das nur das exakte punkt- und zeitgenaue Zusammenspiel aller Hilfen des Reiters, sowie das Verstehen der selbigen durch das Pferd zu einem harmonischen Gesamtbild von Pferd und Reiter führen kann.

Offenbar gibt es kein Ideen- und Konzeptdefizit, sondern ein Erkenntnis-, Anwendungs- und Handlungsdefizit - gerade bei den „Usern“, den Reitern und Pferdebesitzern selbst. Wir sind Informationsriesen, aber Realisierungszwerge. Der Umgang mit einem anderen Lebewesen scheint so problematisch zu sein wie nie zu vor. Die Klagen über miserable TOP - Reiter und demotivierte Nachwuchsreiter nehmen zu. Scharen von Reitern pilgern nach wie vor in Seminare, um dort die Essenz guten Reitens kennen zu lernen. So bewegt sich die Pferdewelt, doch habe ich den Eindruck, dass heutzutage nicht nur die seit vielen Jahren beschworenen Methoden noch nicht so richtig funktionieren, sondern dass darüber hinaus die Vorzüge der Wahrnehmung des Einzelnen nicht mehr funktionieren. Es kommt eben nicht nur auf das Hören und Verstehen einer Technik an, sondern auch auf das Gefühl und Timing auf das verantwortungsbewusste Ausprobieren und Umsetzen.

Pferdeausbildung / Grundausbildung lässt sich nicht in ein Schubladensystem schieben, sie lehnt sich jedoch immer am Leitfaden der klassischen Ausbildung an unter der Berücksichtigung der Tagesform des Pferdes. So vertrete ich keine bestimmte Schule, sondern mir kommt es darauf an, alle Ansätze zu überprüfen und aus Ihnen das Wesentliche, das Brauchbare und das Bemerkenswerte herauszufiltern. Pferd, Reiter und Ausbilder müssen gleichermaßen Freude auf dem gemeinsamen Weg haben - denn mit einem lächeln geht es leichter!

Text: Reitsport Spiegel / CLASSIC-HORSE-CONCEPT NOR / Olaf Radünz

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