Schluss mit falschen Narrativen!
Tierschutz beginnt nicht erst im Tierheim. Er beginnt lange vorher: bei der Gesundheit, der Aufzucht, der Prägung und der verantwortungsvollen Vermittlung eines Hundes. Genau hier leistet die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht einen wichtigen Beitrag, der in der öffentlichen Debatte viel stärker berücksichtigt werden muss.
Während überfüllte Tierheime, ausgesetzte Hunde und die Herausforderungen des Auslandstierschutzes regelmäßig für Schlagzeilen sorgen, wird viel zu selten darüber gesprochen, wie verantwortungsvolle Züchter bereits vor der Geburt eines Welpen die Voraussetzungen für ein gesundes und dauerhaftes Hundeleben schaffen. Dabei sind es gerade die verbindlichen Standards, das Fachwissen und die langfristige Verantwortung, die eine kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht auszeichnen.
Verantwortung beginnt vor der Geburt
Wer kontrolliert und verantwortungsbewusst züchtet, überlässt die Entwicklung seiner Welpen nicht dem Zufall. Gesundheitsuntersuchungen, genetische Vorsorge, die sorgfältige Auswahl geeigneter Zuchttiere und die fachkundige Planung von Verpaarungen gehören zu den wesentlichen Grundlagen verantwortungsvoller Zuchtarbeit.
Hinzu kommen Anforderungen an Gesundheit, Verhalten und körperliche Entwicklung der Hunde sowie Dokumentation, Zuchtkontrollen und die Einhaltung festgelegter Standards. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken zu reduzieren, rassetypische Eigenschaften verantwortungsvoll zu erhalten und Hunde hervorzubringen, deren Bedürfnisse und Eigenschaften bekannt und einschätzbar sind.
Das bedeutet, dass gesundheitliche Risiken systematisch berücksichtigt werden und Entscheidungen auf Fachwissen, Erfahrung sowie überprüfbaren Kriterien beruhen. Durch gezielte genetische Untersuchungen und verantwortungsvolle Anpaarungen können viele erblich bedingte Erkrankungen gezielt vermieden oder ihr Auftreten deutlich reduziert werden.
Genau darin liegt der entscheidende Wert kontrollierter und verantwortungsbewusster Rassehundezucht: Sie schafft nachvollziehbare Standards, übernimmt Verantwortung und arbeitet daran, die Voraussetzungen für ein gesundes Hundeleben zu verbessern.
Zu einer verantwortungsvollen Verpaarung zählen Abstammung und Pedegree, Gesundheitsbefunde, genetische Labortests sowie die sorgfältige Auswahl der Elterntiere.
Kontrollierte Zucht schafft Orientierung für künftige Hundehalter
Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Tierschutz der kontrollierten Zucht ist auch die sorgfältige Auswahl geeigneter Welpenkäufer. Verantwortungsbewusste Züchter möchten nicht einfach einen Welpen verkaufen. Sie wollen sicherstellen, dass Hund und Mensch langfristig zueinanderpassen.
Dazu gehört eine umfassende Beratung über Wesen, Größe, Gewicht, Bewegungsbedarf und rassetypische Besonderheiten. Seriöse Züchter informieren darüber, welche Anforderungen eine Rasse an Haltung, Beschäftigung und Alltag stellt. Sie fragen nach den Lebensumständen der Interessenten und prüfen, ob diese den Bedürfnissen des jeweiligen Hundes gerecht werden können.
Denn nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen. Ein sehr großer und schwerer Bernhardiner stellt beispielsweise andere Anforderungen an Platz, Transport und Alltag als ein kleiner Begleithund. Auch Temperament, Arbeitsfreude und Bewegungsbedarf müssen zu den Möglichkeiten der künftigen Halter passen.
Rassebeschreibungen und die Erfahrungen verantwortungsvoller Züchter bieten dafür eine wichtige Orientierung. Natürlich ist jeder Hund ein Individuum. Dennoch helfen bekannte rassetypische Eigenschaften dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen, statt einen Hund allein nach seinem Aussehen auszuwählen.
Diese Beratung von verantwortungsvollen Züchtern ist gelebte Prävention. Sie kann dazu beitragen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und die Chancen zu erhöhen, dass ein Hund dauerhaft in seiner Familie bleiben kann.
Auch nach der Abgabe endet die Verantwortung vieler seriöser Züchter nicht. Sie stehen ihren Welpenkäufern mit Erfahrung und Rat zur Seite, helfen bei Fragen zu Gesundheit, Erziehung und Haltung und unterstützen im Idealfall auch dann, wenn sich die Lebensumstände einer Familie verändern.
Die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz: durch Vorsorge, Aufklärung, passende Vermittlung und langfristige Begleitung.
Ein Beispiel aus unserer eigenen Erfahrung: Gesundheit beginnt bei der Auswahl der Elterntiere
Wie wichtig kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht ist, erleben wir auch mit unseren eigenen Hunden. Unsere Australian Shepherds Leilani, ihr Vater und Deckrüde Djuke sowie Djuke und Wika als ein Beispiel für ein gesundheitlich überprüftes und ausgewertetes Zuchtpaar, die alle für eine Zucht stehen, bei der Abstammung, Gesundheitsuntersuchungen und die sorgfältige Auswahl der Elterntiere eine zentrale Rolle spielen. Ihre Ahnentafeln reichen über Generationen zurück und wurden bei der Zuchtplanung berücksichtigt.
Gesundheitsuntersuchungen und gezielte Anpaarungen tragen massgeblich dazu bei, bekannte gesundheitliche und erbliche Risiken über Generationen hinweg zu reduzieren oder sogar komplett zu eleminieren!
Besonders deutlich wird die Bedeutung dieser Zuchtvorbereitungen bei Keylam, Djukes Enkelsohn. Bei seiner Abstammung konnten genetische Risiken noch gezielter berücksichtigt werden, da im Jahr 2018 seiner Geburt lange schon zahlreiche erbliche Erkrankungen durch entsprechende Labortests nachweisbar waren. Mithilfe von Gesundheitsuntersuchungen, Röntgengutachten und zahlreichen genetischen Tests der Elterntiere konnten bekannte Risiken bei den Verpaarungen gezielt berücksichtigt und bestimmte erbliche Defekte in seiner Linie konsequent vermieden werden. So lässt sich über Generationen hinweg daran arbeiten, die genetische Gesundheit einer Rasse zu verbessern und die Weitergabe bestimmter Erbkrankheiten komplett zu verhindern.
Das ist keine zufällige Entwicklung, sondern das Ergebnis verantwortungsvoller Entscheidungen, die lange vor der Geburt eines Welpen getroffen werden. Genau darin liegt die Stärke kontrollierter und verantwortungsbewusster Rassehundezucht: Bekannte Risiken können frühzeitig erkannt und durch Gesundheitsuntersuchungen der geeigneten Paare gezielt reduziert werden.
Anda und Freddy sind aus dem rumänischen Tierschutz und wir wissen fast nichts über sie. Aber auch Hunde aus dem Tierschutz verdienen selbstverständlich dieselbe Fürsorge und Wertschätzung.
Ganz anders waren die Voraussetzungen bei unseren beiden Hunden aus dem rumänischen Tierschutz. Von denen wissen wir so gut wie nichts! Anda kam mit einem großen Dermoid am Auge zu uns und musste zu allerserst operiert werden und Freddy hatte bereits als Welpe einen Bruch des linken Fußes, der auf Grund sines jungen Alters und der guten Versorgung hier, fast unsichtbar heilen konnte. Beide haben ihre eigene Geschichte und verdienen selbstverständlich dieselbe Fürsorge und Wertschätzung wie jeder andere Hund.
Diese persönlichen Erfahrungen zeigen uns, dass Tierschutz verschiedene Aufgaben umfasst: Hunden in Not zu helfen und zugleich durch Gesundheitsvorsorge, genetische Untersuchungen, sorgfältige Aufzucht und verantwortungsvolle Vermittlung dafür zu sorgen, dass möglichst wenig vermeidbares Tierleid überhaupt entsteht.
Unser Anliegen ist deshalb nicht, Hunde unterschiedlicher Herkunft gegeneinanderzustellen. Es geht darum, den Wert vorausschauender Gesundheitsvorsorge anzuerkennen. Kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht kann bereits vor der Geburt einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie bekannte genetische Risiken systematisch berücksichtigt und über Generationen hinweg an der Gesundheit der Hunde arbeitet.
Woher kommen die vielen Hunde, die Unterstützung brauchen?
Wer über Rassehundezucht und die Situation in deutschen Tierheimen spricht, muss auch die unterschiedlichen Herkunftswege der Hunde betrachten. Hunde gelangen aus verschiedensten Gründen in den Tierschutz: aufgrund veränderter Lebensumstände, fehlender Vorbereitung ihrer Halter, problematischer Vermittlungen, gesundheitlicher oder verhaltensbedingter Schwierigkeiten und durch unkontrollierte Vermehrung.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland.
Eine 2025 veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung von Graf und Kühne befasste sich mit Organisationen, die Hunde aus süd- und osteuropäischen Ländern nach Deutschland vermitteln. Auf Grundlage ihrer Untersuchung wurde die Zahl der jährlich nach Deutschland vermittelten Hunde aus dem Ausland auf mehr als 100.000 geschätzt.
Auch aus einzelnen Tierheimen gibt es deutliche Hinweise auf die Bedeutung dieser Herkunftsgruppe. So wurde beispielsweise aus dem Tierheim Remagen berichtet, dass rund 75 % der dort aufgenommenen Hunde aus dem Ausland stammten und fast 0% der seriösen Rassehundezucht entstammen.
Diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig es ist, die Herkunft der Hunde und die Wege ihrer Vermittlung genauer zu betrachten. Wenn wir über volle Tierheime und nachhaltigen Tierschutz sprechen, müssen wir uns auch fragen, woher die vielen und ggf. kranken Hunde kommen, die Unterstützung benötigen, und unter welchen Bedingungen sie geboren, aufgezogen und vermittelt wurden.
Die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht leistet bereits vor der Geburt einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz. Gesundheitsuntersuchungen, gezielte Anpaarungen, eine sorgfältige Aufzucht und die verantwortungsvolle Auswahl geeigneter Welpenkäufer schaffen wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit der Hunde und ein dauerhaftes Zusammenleben mit ihren Familien. Diese verantwortungsvolle Arbeit verdient Anerkennung und muss in der öffentlichen Tierschutzdebatte entsprechend berücksichtigt werden.
Auslandstierschutz muss an den Ursachen ansetzen
Der Auslandstierschutz leistet wertvolle Arbeit. Viele engagierte Menschen retten Hunde aus schwierigen Situationen, versorgen verletzte Tiere und suchen verantwortungsvolle Familien. Dieses Engagement verdient Anerkennung.
Gleichzeitig stellt sich eine grundlegende Frage: Wie lässt sich Tierleid langfristig verhindern?
Nachhaltiger Tierschutz muss dort ansetzen, wo immer wieder neue Not entsteht. Dazu gehören Kastrationsprogramme, eine erreichbare tierärztliche Versorgung, Aufklärung der Bevölkerung, die Unterstützung lokaler Tierschutzorganisationen und die konsequente Umsetzung bestehender Tierschutzvorschriften.
Wenn immer neue Hunde ohne ausreichende Versorgung auf der Straße geboren werden, reicht es nicht aus, lediglich einzelne Tiere zu vermitteln. Es braucht Strukturen, die verhindern, dass die nächste Generation unter denselben Bedingungen aufwächst.
Die Vermittlung eines Hundes nach Deutschland kann für das einzelne Tier die richtige Entscheidung sein. Sie ersetzt jedoch nicht die Arbeit an den Ursachen im Herkunftsland. Erfolgreicher Tierschutz muss beides im Blick behalten: die Hilfe für das einzelne Tier und die nachhaltige Verbesserung der Situation vor Ort.
Das Dauerthema "Französische Bulldoggen" als Beispiel: Der entscheidende Unterschied liegt in der Zucht!
Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, wie wichtig kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht ist. Während der VDH für 2025 lediglich 43 Französische Bulldoggenwelpen aus seinen Mitgliedsvereinen registrierte, verzeichnete TASSO im selben Zeitraum 6.449 neu registrierte Französische Bulldoggen. Das entspricht rechnerisch rund dem 150-Fachen. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, genauer auf die Herkunft der Hunde und die jeweiligen Zuchtbedingungen zu schauen.
Entscheidend ist nicht allein, wie viele Hunde geboren werden, sondern unter welchen Bedingungen sie gezüchtet werden und welche Verantwortung ihre Züchter für ihre Gesundheit übernehmen.
In der kontrollierten und verantwortungsbewussten Rassehundezucht werden bekannte gesundheitliche Risiken gezielt berücksichtigt. Gesundheitsuntersuchungen, genetische Tests, sorgfältig ausgewählte Elterntiere und durchdachte Verpaarungen sollen dazu beitragen, erbliche Erkrankungen zu vermeiden oder ihr Risiko deutlich zu minimieren. Zuchtentscheidungen beruhen damit nicht auf Zufall, sondern auf Fachwissen, Untersuchungsergebnissen und langfristiger Verantwortung für die Gesundheit der Hunde.
Gerade am Beispiel der Französischen Bulldogge ist diese Arbeit von besonderer Bedeutung. Neben der gezielten Gesundheitsvorsorge muss auch die Brachyzephalie, also die Kurzschädeligkeit, kritisch betrachtet werden. Verantwortungsbewusste Züchter achten deshalb nicht allein auf genetische Befunde, sondern auch auf die tatsächliche körperliche Belastbarkeit ihrer Hunde. Belastungstests der Elterntiere können wichtige Hinweise auf ihre Atemfunktion und ihre Fähigkeit geben, sich körperlich zu betätigen.
Darüber hinaus engagieren sich Züchter in Outcross-Projekten, um die genetische Vielfalt zu erweitern und langfristig eine gesündere Körperform zu fördern. Das zeigt: Kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht bedeutet nicht, an problematischen Merkmalen festzuhalten. Sie bedeutet, Risiken zu erkennen, wissenschaftliche Erkenntnisse einzubeziehen und aktiv an Verbesserungen zu arbeiten.
Outcross-Projekte im VDH können zeigen, wie durchdachte Zuchtplanung zu einer gesünderen Zukunft der Rasse beitragen kann. Durch die gezielte Einbeziehung genetischer Vielfalt und die Auswahl geeigneter Zuchtpartner lassen sich gesundheitliche Risiken reduzieren. Denn französische Bulldoggen können sehr wohl ein gesundes, aktives Leben führen, wenn Gesundheit, freie Atmung und funktionale Körpermerkmale bei der Zucht konsequent im Mittelpunkt stehen. Foto: KI generiert
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen einer Zucht, die Gesundheit systematisch in den Mittelpunkt stellt und einer skrupellosen Vermehrung, bei der vergleichbare Gesundheitsstandards und Untersuchungen nicht gewährleistet sind. Wo Elterntiere ohne ausreichende Gesundheitsvorsorge miteinander verpaart werden, fehlen wichtige Voraussetzungen, um bekannte Risiken gezielt zu reduzieren. Bei skrupellosen Vermehrern und kriminellen Strukturen des illegalen Welpenhandels stehen dagegen Profit und Masse im Vordergrund. Wo Hunde unter schlechten Bedingungen gehalten, Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, Welpen zu früh von ihren Müttern getrennt und Tiere ohne ausreichende Gesundheitsvorsorge produziert werden, hat verantwortungsvoller Tierschutz keinen Platz. Die Folgen können schwerwiegend sein: kranke und geschwächte Welpen, unerkannte Erbkrankheiten, fehlende Sozialisierung und erhebliches Leid für die Tiere und ihre späteren Familien.
Diese perfiden Formen der Vermehrung dürfen nicht mit kontrollierter und verantwortungsbewusster Rassehundezucht gleichgesetzt werden. Wer Hunde ohne vergleichbare Gesundheitsstandards und ohne Verantwortung für ihre Aufzucht produziert, gefährdet das Tierwohl und untergräbt genau jene Grundsätze, für die seriöse Züchter einstehen.
Deshalb muss die öffentliche Debatte klar unterscheiden: zwischen Menschen, die mit Fachwissen, Gesundheitsvorsorge und langfristiger Verantwortung züchten und jenen, die Hunde unter tierschutzwidrigen Bedingungen zur Ware machen. Wer Tierleid verhindern will, muss unseriöse Vermehrung und illegalen Welpenhandel konsequent bekämpfen und gleichzeitig die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht stärken.
Die 43 beim VDH registrierten Welpen stehen für Welpen aus einem Zuchtsystem, in dem Gesundheitsvorsorge, überprüfbare Standards und die gezielte Auswahl der Elterntiere eine wichtige Rolle spielen. Aus der Zahl allein lässt sich kein abschließender Gesundheitsvergleich mit allen anderen Französischen Bulldoggen ableiten. Sie unterstreicht jedoch, wie wichtig nachvollziehbare Zuchtstandards und eine systematische Gesundheitsvorsorge sind.
Wer den Tierschutz ernst nimmt, sollte kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht nicht pauschal kritisieren, sondern ihre Gesundheitsarbeit anerkennen und stärken. Denn verantwortungsvolle Zucht beginnt nicht erst dann, wenn ein Hund erkrankt. Sie beginnt mit jeder einzelnen Entscheidung, die bereits vor der Geburt eines Welpen für seine Gesundheit getroffen wird.
Gesundheit und Tierschutz gehören zusammen
Selbstverständlich muss der Tierschutz dort konsequent sein, wo Hunde durch bestimmte Zuchtmerkmale gesundheitlich beeinträchtigt werden. Gesundheitsschädliche Merkmale müssen fachlich beurteilt und, wo erforderlich, durch geeignete Maßnahmen zurückgedrängt werden.
Gerade kontrollierte Zuchtstrukturen bieten Möglichkeiten, Gesundheitsprobleme systematisch zu erfassen, Zuchtentscheidungen auf Untersuchungsergebnisse zu stützen und Verbesserungen nachvollziehbar umzusetzen.
Pauschale Urteile helfen dagegen nicht weiter. Entscheidend ist, welche Standards gelten, welche Untersuchungen durchgeführt werden, wie Zuchtentscheidungen zustande kommen und ob die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere tatsächlich im Mittelpunkt stehen.
Die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht sollte deshalb als Partner eines modernen, wissenschaftlich fundierten Tierschutzes betrachtet werden. Sie bietet Strukturen, an denen sich Verbesserungen messen und weiterentwickeln lassen.
Verantwortung beginnt vor der Geburt. Die sorgfältige Auswahl der Elterntiere ist ein wichtiger Baustein verantwortungsvoller Hundezucht.
Was wir vom Deutschen Tierschutzbund und der Politik erwarten
Wir wünschen uns eine Tierschutzdebatte, die differenziert, faktenbasiert und lösungsorientiert geführt wird. Dazu gehört, zwischen kontrollierter und verantwortungsbewusster Rassehundezucht und unkontrollierter Vermehrung klar zu unterscheiden!
Wer sich für die Gesundheit von Hunden einsetzt, sollte diejenigen einbeziehen, die sich tagtäglich mit Gesundheitsvorsorge, Genetik, Aufzucht, Verhalten und den Anforderungen verschiedener Rassen beschäftigen.
Verantwortungsbewusste Züchter sind nicht Teil des Problems sondern Teil der Lösung. Mit ihren Standards, ihrer Erfahrung und ihrer langfristigen Begleitung können sie einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten. Wir erwarten deshalb, dass ihre Arbeit sachlich bewertet und ihre Bedeutung für den Tierschutz angemessen berücksichtigt wird. Ebenso müssen die Ursachen von Tierleid umfassend betrachtet werden, von fehlender Aufklärung über unkontrollierte Vermehrung bis hin zu mangelnder Versorgung und unzureichender Verantwortung auf allen Ebenen.
Unser Fazit: Tierschutz braucht Verantwortung von Anfang an
Tierschutz darf nicht erst beginnen, wenn ein im Tierheim sitzt. Er muss bereits bei der Planung einer Verpaarung, bei Gesundheitsuntersuchungen, während der Aufzucht und bei der Auswahl geeigneter künftiger Halter ansetzen.
Die kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht steht für genau diesen präventiven Ansatz. Sie schafft Standards, vermittelt Wissen, begleitet Hunde und Menschen und übernimmt Verantwortung, die weit über die Geburt eines Welpen hinausgehen kann.
Wer Tierleid nachhaltig verhindern will, muss diese Leistungen anerkennen und stärken. Gleichzeitig braucht es konsequente Maßnahmen gegen unkontrollierte Vermehrung, fehlende Gesundheitsvorsorge und vermeidbare Fehlvermittlungen.
Der Hundespiegel ist überzeugt: Kontrollierte und verantwortungsbewusste Rassehundezucht ist gelebter Tierschutz. Sie verdient gebührende Anerkennung, eine sachliche öffentliche Debatte und einen festen Platz in der gemeinsamen Verantwortung für das Wohl unserer Hunde.
Text: Kerstin Schröter - www.tierspiegel.de
Foto Copyright: www.tierspiegel.de
Textquellen:
1. VDH: Zucht im VDH https://tierschutz.vdh.de/zucht-im-vdh
2. Graf und Kühne (2025): Studie zum Auslandstierschutz https://www.cambridge.org/core/journals/animal-welfare/article/animal-welfare-organisations-that-rehome-dogs-from-southern-and-eastern-europe-to-germany-a-homepage-content-analysis/CBFD0C62A165A4AFD80240F0440EDD3E
3. SWR: Tierheim Remagen und Hunde aus dem Ausland https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/tierheime-voll-mit-hunden-ausland-influencer-100.html
4. VDH: Welpenstatistik 2025 https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/welpenstatistik/
5. TASSO: Beliebteste Hunderassen https://www.tasso.net/Service/Wissensportal/TASSO-Fakten/Die-beliebtesten-Hunderassen
6. VDH: Outcross-Projekt Französische Bulldogge https://tierschutz.vdh.de/weitere-unterlagen/aktuelles/beitrag/outcross-projekt-die-ersten-welpen-sind-geboren
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