TierSpiegel Ihr Online-Magazin & Marktplatz rund um unsere Haustiere
  • Zugriffe: 1.847
Bewertung: 0 / 5
(0)

Emigrant Waschbär

Waschbär 2

Dem aus Nordamerika stammenden Waschbären verweigern Deutsche Jäger die Anerkennung als einheimische Tierart, obwohl es das Gesetz vorschreibt!

Im Jahr 1934 wurden die ersten Waschbären, mit Genehmigung der damaligen Regierung in Berlin, am Edersee ausgewildert und das Jagdgesetz aus dieser Zeit hat auch heute, nach über 80 Jahren, noch seine Gültigkeit. Doch deutsche Jäger verweigern den rechtmäßig ausgewilderten Waschbären ihren Anspruch auf Gerechtigkeit!

Das Bundesnaturschutzgesetz § 20 a beinhaltet, dass Tiere, die sich über mehr als zwei Generationen ohne Zutun des Menschen in der Wildbahn erhalten, als heimische Tierart gelten. Obwohl auch das Bundesjagdgesetz nach § 28 den Waschbär als nicht fremde Art ansehen, halten sich Jäger in Ihren Äußerungen nicht an das Bundesjagdgesetz und noch viel schlimmer, sehen den Waschbären als gebietsfremde Art, die andere heimische Tierarten unbegründeter Weise verdrängen soll.

Der Waschbär ist der Prügelknabe unter Deutschlands Wildtieren und wird für Schäden verantwortlich gemacht, die Fuchs, Marder, streunende Hunde und Katzen, Eichhörnchen oder Vögel begangen haben.

Da unsere Landschaft der in der USA oder Kanada oft gleicht, fand der Waschbär vor allem am Edersee ideale Lebensbedingungen. Denn zum Leben braucht der Waschbär Laubwälder, mit Buchen und Eichen, die mit Gewässern durchzogen sind. Hier findet er seine Nahrungsgrundlage wie Schnecken, Würmer und andere wirbellose Tiere.

Bereits in den siebziger Jahren hat Frau Dr. Lutz durch Magen-, Darm- und Kotuntersuchungen erkannt, dass der Waschbär sich zu 33% pflanzlich, 40% durch wirbellose Tiere (Würmer und Insekten) und nur zu 27% durch Wirbeltiere ernährt, wobei Fisch die Hauptnahrung ist. Die jüngeren Doktorarbeiten von Ulf Hohmann und Frank Michler www.projekt-waschbaer.de bestätigen dies. Ein Verdrängen von einheimischen Tierarten ist somit wissenschaftlich widerlegt. Die Jäger glauben den Waschbären durch eine vermehrte Jagd wieder ausrotten zu können, aber dies konnte durch wissenschaftliche Erkenntnisse ebenfalls wiederlegt werden. Je mehr Waschbären abgeschossen werden, um so mehr kommen auf die Welt. Waschbären gleichen Ihre Verlustrate ganz schnell wieder durch vermehrte Geburten aus, d.h. die Geburtsraten steigen an.

Nirgendwo in Deutschland werden so viele Waschbären hingerichtet wie in Sachsen Anhalt! Das führte auch zum Rekord-Heranwachsen der Waschbären und verdeutlicht anschaulich die sinnlos, grausame Jagd auf Waschbären ist und auch der NABU spricht sich gegen die Waschbärenjagt aus!

Text: Ursula Laub

Weitere Informationen unter: www.projekt-waschbaer.de