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Wenn der Hund krank ist: Warum „Dr. KI“ den Tierarzt nicht ersetzt

Eine aktuelle Studie der Uelzener Versicherungen zeigt: Bei Krankheitssymptomen wenden sich Hundehalter vor allem an die Tierarztpraxis. Künstliche Intelligenz spielt bei gesundheitlichen Fragen bislang nur eine Nebenrolle.

Der Hund frisst plötzlich nicht mehr, leckt sich ständig die Pfote oder verhält sich ungewöhnlich. Was tun? Viele Tierhalter greifen in solchen Situationen zunächst zum Smartphone und suchen nach Informationen im Internet. Doch wenn es um die Gesundheit des eigenen Tieres geht, bleibt die Tierarztpraxis für die große Mehrheit die erste Anlaufstelle.

Das zeigt die aktuelle „Haustier-Studie 2026“ der Uelzener Versicherungen. Für die Studie wurden mehr als 1.000 Hunde- und Katzenhalter in Deutschland befragt.

Bei Krankheitssymptomen führt der erste Weg zum Tierarzt

61 Prozent der Befragten geben an, bei Krankheitssymptomen ihres Tieres zunächst eine Tierarztpraxis zu kontaktieren. 22 Prozent würden zuerst im Internet nach Informationen suchen. Nur 6 Prozent würden sich zunächst an ein KI Tool wie ChatGPT wenden.

Damit ist der persönliche Kontakt zur Tierarztpraxis nach wie vor deutlich wichtiger als die digitale Recherche oder der Rat einer künstlichen Intelligenz. Dr. Felix Garlipp von den Uelzener Versicherungen weist dabei auf einen entscheidenden Unterschied hin. Digitale Angebote können bei der ersten Orientierung helfen und einen schnellen Überblick ermöglichen. Wenn es jedoch um gesundheitliche Entscheidungen für das eigene Tier geht, kommt es auf eine verlässliche und individuelle Einschätzung an.

Schwarzer Hund auf gemütlichem SofaGesundheit beginnt mit Aufmerksamkeit: Wer seinen Hund kennt, bemerkt oft schon kleine Veränderungen. Bei ungewöhnlichen oder anhaltenden Beschwerden sollte die Tierarztpraxis die erste Adresse sein.

Zwei Drittel vertrauen KI Informationen zur Tiergesundheit wenig oder gar nicht

Auch beim grundsätzlichen Vertrauen in künstliche Intelligenz zeigt die Studie eine deutliche Zurückhaltung. Lediglich 5 Prozent der Befragten vertrauen Informationen von KI Tools zur Gesundheit ihres Tieres „sehr stark“. Weitere 29 Prozent geben an, solchen Informationen „eher stark“ zu vertrauen. Dem stehen 46 Prozent gegenüber, die KI Informationen zur Tiergesundheit „eher wenig“ vertrauen. Weitere 20 Prozent vertrauen ihnen „gar nicht“. Damit stehen insgesamt 66 Prozent der Befragten Informationen von KI zur Gesundheit ihres Tieres skeptisch gegenüber, wie die Uelzener in ihrer Studie feststellen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass künstliche Intelligenz grundsätzlich keine Rolle spielen kann. Wer sich beispielsweise über eine Erkrankung informieren, einen medizinischen Begriff verstehen oder Fragen für den nächsten Tierarztbesuch vorbereiten möchte, kann digitale Angebote durchaus nutzen.

Entscheidend ist, die Informationen richtig einzuordnen.

Eine KI kann informieren, aber kein Tier untersuchen

Denn zwischen einer allgemeinen Information und einer individuellen Diagnose liegt ein großer Unterschied. Wenn ein Hund plötzlich lahmt, kann das beispielsweise ganz unterschiedliche Ursachen haben. Auch Appetitlosigkeit, Erbrechen, Juckreiz oder auffälliges Verhalten können auf sehr verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen. Eine KI kann mögliche Ursachen nennen und Informationen zu einem Thema zusammenstellen. Sie kann den Hund oder Katze jedoch nicht untersuchen, seinen Allgemeinzustand beurteilen oder durch eine körperliche Untersuchung herausfinden, was tatsächlich hinter den Beschwerden steckt.

Bei konkreten oder anhaltenden Beschwerden sollte deshalb die Tierarztpraxis die erste Adresse bleiben.

03 Katze aufbereitetAuch Katzen zeigen oft sehr subtil, wenn etwas nicht stimmt. Weniger Appetit, verändertes Verhalten oder ungewöhnliche Ruhe können viele Ursachen haben. Deshalb gilt: beobachten, ernst nehmen und bei Unsicherheit tierärztlich abklären lassen.

Vorsorge spielt für Hundehalter eine wichtige Rolle

Die Studie der Uelzener Versicherungen zeigt außerdem, dass viele Tierhalter nicht erst bei akuten Beschwerden an die Gesundheit ihres Tieres denken. 73 Prozent der Befragten lassen ihr Tier regelmäßig untersuchen. Bei den Hundehaltern liegt der Anteil sogar bei 81 Prozent. Bei den Katzenhaltern sind es 68 Prozent. Auch Impfungen und Entwurmungen gehören für viele Tierhalter zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge. 83 Prozent der Befragten geben an, ihre Tiere regelmäßig impfen und entwurmen zu lassen.

Für die Uelzener ist das ein Zeichen dafür, dass viele Halter gesundheitliche Vorsorge als wichtigen Bestandteil der Tierhaltung betrachten. Ziel ist es, Erkrankungen möglichst früh zu erkennen oder ihnen nach Möglichkeit vorzubeugen.

Digitale Informationen können helfen, ersetzen aber keine Untersuchung

Künstliche Intelligenz wird auch für Tierhalter immer leichter zugänglich. Eine Frage ist schnell eingegeben und eine Antwort innerhalb weniger Sekunden verfügbar. Gerade bei Gesundheitsthemen sollte man sich jedoch bewusst machen, wo die Grenzen liegen.

„Dr. KI“ kann Wissen liefern. Der Tierarzt kann das Tier untersuchen.

Die Ergebnisse der Haustier Studie 2026 der Uelzener Versicherungen zeigen deutlich, dass die meisten Hunde und Katzenhalter diese Unterscheidung bereits machen. Wenn der eigene Hund krank wirkt, bleibt deshalb die wichtigste Frage nicht nur, was eine KI zu den Symptomen sagt. Entscheidend ist, was mit dem individuellen Tier tatsächlich los ist.

 

Text: Kerstin Schröter www.tierspiegel.de

Fotos Copyright: www.tierspiegel.de 

Quelle: Uelzener Versicherungen, „Haustier Studie 2026“, 6. Oktober 2026. Für die Studie wurden mehr als 1.000 Hunde und Katzenhalter in Deutschland befragt.

 

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Kerstin Schröter
Über den Autoren Kerstin Schröter
Meine größte Leidenschaft ist die unerschütterliche Verbindung zwischen Mensch und Tier. Sie ist der emotionale Motor hinter meiner über 30-jährigen Karriere in der Haustierbranche. Dieses tiefe Engagement fließt seit 2013 auch in den Tierspieg ...
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