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Futtermittelallergien 1

Immer mehr Hunde und Katzen leiden unter qualvollem Juckreiz, schuppender, trockener Haut, Hot Spots, Pfotenknabbern, Ohrekzemen und mit dem Juckreiz einhergehendem Haarausfall sowie offenen und eitrigen Wunden.

Futtermittelallergien bei Hunden und Katzen haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Ursache sind sogenannte Futtermittelallergien. Aber auch wechselnder Kot, Durchfall, Analfisteln, Analdrüsenprobleme und Verstopfungen können auf eine Futtermittelallergie hindeuten. Auch Atemwegsprobleme und immer wiederkehrende Augenentzündungen mit tränenden Augen, verstopfte Nasen und Schluckbeschwerden können Zeichen einer Futtermittelallergie sein.

Futtermittelallergien entstehen aus Allergenen, welche im Futter vorhanden sind. Unsere Tiere werden heute oftmals krankgefüttert durch denaturierte Kost, zuviel Protein und einem Übermaß an Getreidestärke.

Kurzum:

Wir füttern unsere Tiere krank durch denaturierte Fabrikfuttermittel, Konzentrate, Zusätze, synthetische Ergänzungsfuttermittel, synthetisch aufbereitete und konservierte Futtermittel, durch Erhitzung des Futters, dem sämtliche natürlich vorkommenden Stoffe entzogen und dann wieder synthetisch zugesetzt werden, durch zuviel Protein und Getreide. Hunde und Katzen haben seit Jahrhunderten durch die Aufnahme von Beutetieren mit deren Mageninhalt aus Kräutern, Pflanzen und Rohfasern überlebt und sich weiter entwickelt. Sie haben sich heute mit Mahlzeiten auseinander zu setzen, welche mit ihrem natürlichen Futter nur noch annähernd – wenn überhaupt - übereinstimmen.

Jedes Futtermittel, jeder Bestandteil eines Futtermittels, jeder Stoff und jeder Zusatzstoff kann zum Allergen werden. Ein Übermaß an Protein und Stärke kann sowohl zum Auslöser wie auch zur Verstärkung dienen.

Das Fatale an Futtermittelallergien ist, dass die Symptomatik nicht immer mit einer Allergie in Zusammenhang gebracht wird. Symptome sind beispielsweise immer wieder kehrende Magen und Darmprobleme, wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit und „Magengrummeln", aber auch Verstopfung, verstopfte Analdrüsen und Analfisteln gehören ebenfalls in die Kategorie der Futtermittelallergien. Eine Domäne sind die Hauterkrankungen, wie Ekzeme, allergische Reaktionen, Hot Spots, Juckreiz, Schuppenbildung und Haarausfall. Bei Hauterkrankungen wird schnell ein Zusammenhang zu einer Futtermittelallergie hergestellt, bei Durchfall, Magen und Darmproblemen wie auch bei asthmatischen Beschwerden, tränenden Augen, Schnupfen und Niesen weniger.

Futtermittelallergien

Bei den Nahrungsmittelallergien ist bei der Ursache anzusetzen:

Es gibt zwei Möglichkeiten! Das Allergen ist bekannt; dann wird es umgehend aus der Fütterung entfernt. Oder aber es wird eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen durchgeführt. Das heißt, je nach zur Zeit praktizierter Fütterung wird diese ganz umgestellt bzw. auch nur verdächtige Teile der praktizierten Fütterung über einige Wochen abgesetzt.

Verursacher bzw. Allergen werden in jedem Fall aufgespürt, wenn der Tierhalter sich konsequent an die Therapieanweisungen bzw. Anweisungen bezüglich der Fütterung hält. Der Zeitraum hängt in großem Maße von der Vielfalt der zur Zeit gefütterten Futtermittel ab; wird sich aber in der Regel über mehrere Wochen/Monate erstrecken; da das Allergen erst einmal eine Zeit aus dem Futternapf verschwunden sein muss, um die Symptomatik rückläufig werden zu lassen bzw. feststellen zu können, dass keine negativen Symptome, wie beispielsweise Hautprobleme mehr auftreten. Fatal ist oft, dass nach Regulation bereits ein kleiner Ausrutscher in der Fütterung ausreicht, um die bekannte Symptomatik wieder ins Leben zu rufen. Daher müssen zukünftig dann auch „kleine Sünden" ausgeschlossen werden.

Allgemein gilt bei Futtermittelallergien:

Ein zu hoher Eiweißgehalt im Futter, das heißt ein Überangebot an Eiweiß, wird mitverantwortlich gemacht für das Entstehen einer allergischen Reaktion, da es dieser „Tür und Tor" öffnet. Oftmals wird auch viel zu viel Getreide mit enormen Stärkegehalten gefüttert und Allergien hierdurch ausgelöst bzw. gefördert. Viele Hunde und insbesondere Katzen entwickeln im Laufe der Zeit eine Allergie auf Getreidestärke, da diese im Übermaß zugeführt wird. Verantwortlich hierfür ist in erster Linie Trockenfutter für Hunde und erst recht für Katzen. Trockenfutter enthält im allgemeinen einen hohen Anteil an Getreidestärke, der um ein vielfaches zu hoch bemessen wird. Bedenkt man das Katzen im Grunde ausschließliche Fleischfresser sind, liegt dies anhand der Packungsdeklaration von Trockenfuttersorten geradezu „auf der Hand". Aber auch bei Hunden ist der Getreideanteil in fast allen Trockenfuttersorten viel zu hoch bemessen und fördert allergische Reaktionen durch dieses Übermaß.

Da unsere Tiere in der Regel zu Protein reich ernährt werden; könnte dieser Umstand mit dazu beitragen, dass Allergien stetig zunehmen. Dies gilt insbesondere in Verbindung mit einem denaturierten Futter. Vor diesem Aspekt ist eine ausgewogene, frische und gesunde Ernährung ein wesentlicher Allergien vorbeugender Faktor, welcher nicht unterschätzt werden sollte.

Therapiemöglichkeiten der Futtermittelallergien:

Eine Allergie beruht auf einer Überreaktion des Immunsystems. Ca. 80 % der Immunzellen sind im Darm angesiedelt. Zur Therapie einer Allergie bzw. Regulation der überschießenden Reaktion des Immunsystems steht eine Darmsanierung neben einer Allergen freien Fütterung an erster Stelle. Zur Sanierung des Darms stehen unterschiedliche Futterergänzungen zur Verfügung; beispielsweise Kräutermischungen, Mikroorganismen und B-Vitamine. Bewährt hat sich eine Kombination der oben genannten Ergänzungen. Auch eine Entgiftung gehört zum Programm der Sanierung; diese kann entweder über entgiftende Kräuter sicher gestellt werden oder durch spezielle entgiftende Futterzusätze.

Auch innerlich sollte Haut, Fell und Hautstoffwechsel unterstützt und gestärkt werden, damit eine Regulation der Allergie herbeigeführt werden kann; hierzu eignen sich ganz besonders gut hochwertige essentielle Öle und Kräutermischungen, die in getrockneter oder flüssiger Form speziell Haut und Fell unterstützen und eine Anregung des Hautstoffwechsels bewirken.

Nicht zuletzt muss auch lokal therapiert werden; eine lokale Therapie sollte symptomatisch erfolgen, so setzen wir bei nässender eitriger Haut einen speziellen Puder (PAA-Puder), bei trockener schuppender Haut spezielle Öle (insbesondere Nachtkerzenöl bzw. Schwarzkümmel/Nachtkerzenöl) ein.

Die Therapie einer Futtermittelallergie kann nur erfolgreich sein, wenn sämtliche Faktoren miteinbezogen werden und ganzheitlich therapiert wird. Die Gabe von Kortison kann im Notfall erst einmal Hilfe leisten, stellt jedoch keine Dauerlösung dar, da die Wirkung des Kortisons mit zunehmender Verabreichung abnimmt und die Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung zunehmen.

Über den Autoren

Claudia Nehls

Claudia Nehls

Claudia Nehls ist Tierheilpraktikerin aus Überzeugung. Sie heilte einst ihr eigenes, von Tierärzten aufgegebenes Pferd mit homöopathischen Mitteln. Begeistert absolvierte sie daraufhin gleich zwei Studiengänge der Tierheilkunde: Ein Direkt- und p ...