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1 Foto Copyright Adrian Bozai www.fotokultab.deFoto © Adrian Bozai www.fotokultab.de

Eine Liebe fürs Leben

Mit über 5,5 Millionen eingetragenen Pferden ist das American Quarter Horse die zahlenmäßig größte Pferderasse der Welt und das Westernpferd schlechthin.

Die Geschichte einer einzigartigen Rasse

Pferde waren auf dem amerikanischen Kontinent ausgestorben, bevor die spanischen Konquistadoren das Land entdeckten. Sie brachten Araber, Berber und vor allem iberische Pferde mit. Indianerstämme, wie die Chickasaw oder Choctaw, züchteten mit diesen von den Spaniern erworbene oder entlaufene Pferde weiter. Englischstämmige Einwanderer brachten weitere Pferderassen aus ihrer Heimat mit, die mit den bereits vorhandenen Pferden spanischen Ursprungs gekreuzt wurden. Es entstanden Tiere, die sich durch eine besondere Schnelligkeit über kurze Strecken auszeichneten. Doch die Engländer brachten nicht nur Pferde, sondern auch ihre Wettleidenschaft mit. Kurzstreckenrennen über die Distanz einer Viertelmeile (Quarter Mile, ca. 400 m) wurden Ende des 18. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA zur Leidenschaft der Kolonisten. Jeweils zwei Pferde traten gegeneinander an und jeder konnte daran teilnehmen. Seinen Namen verdankt das „Quarter Horse“ diesen Dorfstraßenrennen. Auf dieser Strecke lassen die sprintstarken Athleten jeden englischen Vollblüter hinter sich.

4 Lil Peptorella QA4 6302Lil Peptorella Foto © Art&Light

Bedeutende Hengste dieser Zeit waren der aus England importierte Vollblüter Janus, Blackburns Whip und Steel Dust, durch den die Rasse zu jener Zeit auch oft als „Steel Duster“ bekannt war. Die Rennen verbreiteten sich rasch über den ganzen Osten der USA. Im Gegensatz zum Vollblüter, der ausschließlich auf Rennen hin gezüchtet wurde, musste das Quarter Horse unter der Woche alle möglichen anderen Arbeiten verrichten. Schließlich konnte es sich kein Siedler leisten, ein Pferd nur zum Rennvergnügen zu halten. Gefragt war ein Pferd, das ausdauernd, robust, kräftig und dabei willig, fügsam und nervenstark war für die Arbeit unter dem Reiter und vor dem Pflug – und die nötige Spurtstärke und Geschwindigkeit besaß, um Sonntags die Rennen für seinen Besitzer zu gewinnen. Dabei wurde hart selektiert und nur wer diese Anforderungen erfüllte, hatte langfristig Bestand.

2 Oh So Potential Foto Copyright ArtLightOh So Potential Foto © Art&Light

Mit der Erweiterung der Frontier und den damit verbundenen Trecks breitete sich das American Quarter Horse immer weiter nach Westen aus. Schon bald erkannte man ein weiteres besonderes Talent dieser Pferde: den Cow Sense, den sie vor allem ihren spanischen Vorfahren zu verdanken haben. Das American Quarter Horse wurde rasch zum bevorzugten Partner der Cowboys – es war ruhig, ungeheuer reaktionsschnell, wendig und besaß auch die nötige Kraft und den Mut, um die Rinder bei der täglichen Arbeit zu kontrollieren.

Zur Erhaltung und Förderung der Rasse wurde 1940 die American Quarter Horse Association (AQHA) gegründet. Aus kleinen Anfängen wurde der zahlenmäßig größte Pferdezuchtverband der Welt mit über 5,5 Millionen Pferden, knapp 300.000 Mitgliedern und Töchterverbänden (Affiliates) weltweit.

 

Der Siegeszug des American Quarter Horses

In nahezu jeder Reitsportdisziplin macht das American Quarter Horse heute eine gute Figur. Spitzensportler und Freizeitreiter schätzen gleichermaßen die Reaktionsschnelligkeit, Kraft und das ausgeglichene Temperament dieser Pferde. Entspannter kann man kaum im Sattel unterwegs sein.

3 Wild At The Bar Foto Copyright ArtLightWild At The Bar Foto © Art&Light

Diese einzigartigen Pferde zeichnen sich durch ihre Leistungsbereitschaft, ihre Wendigkeit und ihre Schnelligkeit aus. Auffälligstes äußeres Merkmal der American Quarter Horses ist ihre kräftige Hinterhand. Auch wenn in den vergangenen Jahren immer mehr Spezialisten gezüchtet wurden, das freundliche Wesen ist ihnen allen gemeinsam.

Die Ausbildung eines American Quarter Horse ist eine wahre Freude. Selbst erfahrene Ausbilder sind immer wieder verblüfft, wie rasch und einfach diese Pferde lernen. Die Vielseitigkeit, der Wille zum Mitmachen, ihre Ausgeglichenheit und Zuverlässigkeit selbst in schwierigen Situationen machen das American Quarter Horse zum idealen Freizeitkameraden für die ganze Familie. Im Jahr 1970 wurden die ersten American Quarter Horses aus den USA nach Deutschland importiert. In den folgenden 40 Jahren erlebte es einen beispiellosen Aufstieg und derzeit leben rund 35.000 Pferde dieser Rasse in unserem Land.

 

Das American Quarter Horse begeistert mit seiner Vielseitigkeit und seinem charmanten Wesen. Daher Vorsicht, wenn Sie auf einer Pferdemesse oder in der Freizeit ein American Quarter Horse kennen lernen – es könnte der berühmte Funke überspringen, der diese Begegnung zu einer Liebe fürs Leben werden lässt!

American Quarter Horses do it with a smile!

5 Foto Copyright DQHAFoto © DQHA

Steckbrief American Quarter Horse

  • Herkunft: Nordamerika
  • Farbe: alle Farben (außer Schecken)
  • Größe: Stockmaß ca. 1,45 m bis 1,65 m
  • Kopf: kurzer edler Keilkopf mit kleinem, festen Maul, kleinen beweglichen Fuchsohren und großen freundlichen Augen, gerade Nasenlinie, ausgeprägte Ganaschen und Stirnmuskeln, breite Stirn
  • Hals: mittellanger Hals mit langer Oberlinie und kurzer Unterlinie, leicht im Genick mit ausreichender Ganaschenfreiheit
  • Körper: im Rechteckformat stehend mit guter Sattellage; ausgeprägte schräge Schulter, tief in den Rücken reichender Widerrist, mittellanger Rücken mit kräftiger Lendenpartie, lange, schräge, gut bemuskelte Kruppe mit tief angesetztem Schweif, viel Gurttiefe, kräftige Brust mit guter Bemuskelung
  • Fundament: trocken, korrekt und zum Pferd passend, kurze Röhrbeine, ausgeprägte Gelenke, harte mittelgroße Hufe, gut bemuskelter Unterarm und Schenkel
  • Gänge: flache, taktreine Gänge mit viel Schub aus der Hinterhand, ausgezeichneter fördernder Galopp, elastisch mit weicher Rückentätigkeit
  • Charakter: intelligentes, sehr freundliches Wesen, sensibel, aber überaus nervenstark, leicht trainierbar mit ruhigem Temperament, lernt extrem schnell
  • Verwendung: vielseitiges Reitpferd für alle Disziplinen des Westernreitsports, aber auch Jagd, Springen oder Fahrsport, hervorragendes Freizeitpferd, Kurzstreckenrennen

 

Text und Fotos: Copyright DQHA

Weitere Informationen: www.dqha.de

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