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strolch1 © M.Groger

Landschildkröten halten im Winter Winterstarre. Damit diese Zeit so risikolos wie möglich abläuft, empfiehlt sich der rechtzeitige Wintercheck beim Tierarzt.

Reptilien sind wechselwarm, das heißt sie besitzen keine konstante Körpertemperatur, sondern werden von der Umgebungstemperatur beeinflusst. In gemäßigten Klimazonen ist ihre Antwort auf kalte Wintertemperaturen die Kältestarre. Diese halten nicht nur unsere einheimischen Reptilien, sondern auch Arten aus dem Mittelmeerraum, wie die Europäischen Landschildkröten, die, wie z.B. die allseits beliebte Griechische Landschildkröte, allseits beliebte Haustiere sind. Da eine möglichst naturnahe Haltung ein gesundes und langes Leben sichert, sollten auch unsere Pfleglinge unbedingt Winterstarre halten dürfen. Diese ist sehr wichtig für viele Stoffwechselvorgänge und wird von den meisten Tieren auch eingefordert.

 

Riskant werden kann es bei einer ungeeigneten Überwinterung und/oder bei kranken oder geschwächten Tieren. Daher rät die Bayerische Landestierärztekammer zu einem Wintercheck beim Tierarzt. Dieser Termin sollte mindestens 6 - 8 Wochen vor dem Einwintern stattfinden, damit eine Parasitenbehandlung noch erfolgen kann, falls diese nach einer Kotuntersuchung nötig ist. Während dieser gesamten Zeit sollte das Tier noch aktiv sein und fressen.

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Bei der Überwinterung von Europäischen Landschildkröten sind konstante Bedingungen von 4 - 8 °C essentiell. Sowohl bei der Ein- als auch bei der Auswinterung werden die Tiere durch eine langsame Anpassung der Umgebungstemperatur über mehrere Tage an die gewünschte Temperatur herangeführt. Bei 4 - 8 °C sollten die Tiere ganz ruhig sein und auch nicht mehr als 10 % vom Körpergewicht über den gesamten Zeitraum der Winterstarre verlieren. Besteht Grund zur Besorgnis, so sollte die Winterstarre nach Rücksprache mit dem Tierarzt beendet werden. Allerdings ist es auch hier wichtig, dass die Tiere langsam wieder aufgewärmt werden.

 

Text: Bayerische Landestierärztekammer

Fotos: © Melanie Groger