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Rasseporträt: Der Anglo-Araber

Anglo Araber Stute - Foto © M.Groger

Anglo Araber - Arabische Leistungsvererber

Einfach gesagt, ist der Anglo-Araber eine Kreuzung aus Englischem und Arabischem Vollblut. Dahinter verbarg sich zu Beginn des 19.Jahrhunderts der Wunsch der französischen Regierung, die Vorzüge zweier vollblütiger Rassen für die Kavallerie zu kombinieren.

Die Wiege der Anglo-Araber-Zucht liegt im staatlichen Gestüt Pompadour. 1823 wurde das französische Stutbuch gegründet, womit der Anglo-Araber die älteste Sportpferderasse Frankreichs ist.

Anglo-Araber - Foto © S.BöscheAnglo-Araber - Foto © S.Bösche

Nach dem ersten Weltkrieg hatte der Anglo-Araber als Kavalleriepferd ausgedient. Den Franzosen gelang die Zuchtumstellung auf ein vielseitiges Sport- und vor allem Rennpferd. Auch in England und Polen erreichte die Anglo-Araber-Zucht ein hohes Niveau. In anderen Ländern Europas wird ihre Zucht dagegen relativ unsystematisch betrieben und führt ein eher stiefkindliches Dasein. In Deutschland beschränkte sich der Zuchtpferdebestand 2004 auf 27 Hengste und 20 Stuten.

Dabei wirkten anglo-arabische Hengste sehr erfolgreich in der deutschen Warmblutzucht. Den Anfang machte wahrscheinlich der Franzose Nana Sahib in der Trakehnerzucht. Aus Polen folgten die Hengste Kurde und Ramzes. In der modernen Sportpferdezucht Deutschlands machten sich Anglo-Araberhengste wie Inschallah, Kallistos und Matcho als Vererber einen Namen. Die deutsche Sportponyzucht kam ebenfalls nicht ohne Anglo-Araber-Blut aus. Im Zuchtgebiet Weser-Ems kamen die Hengste Caid, Aviso und Florist zum Einsatz. Der englische Anglo-Araber Nazim beeinflusste wesentlich die westfälische Reitponyzucht.Anglo-Araber - Foto © S.BöscheAnglo-Araber - Foto © S.Bösche

Der Araberzuchtverband VZAP fordert einen Mindestanteil von 25 % arabischer Vorfahren in der vierten Ahnenreihe, dabei werden sowohl Vollblut- als auch Shagya-Araber akzeptiert. Die übrigen Ahnen sollen Anglo-Araber oder Englische Vollblüter sein. Entsprechend weit gefächert ist das Erscheinungsbild des Anglo-Arabers, je nach Anteil der Ausgangsrassen.

Der im schweren Springen erfolgreiche Anglo-Araber BonaparteDer im schweren Springen erfolgreiche
Anglo-Araber Bonaparte
Foto © M.Groger

Erwünscht ist ein edles, harmonisches Pferd mit trockener Textur, mittelstarkem Fundament und elastischer Bewegungsmechanik. Das Stockmaß sollte zwischen 155 bis 165 Zentimetern liegen. Dank seines Rahmens und seiner Sensibilität und Leistungsbereitschaft soll der Anglo-Araber das ideale arabische Sportpferd für Turnierreiter sein.

Susanne Boesche
Über den Autoren Susanne Boesche
Meiner ersten großen Liebe verdanke ich die Begeisterung für Arabische Pferde. Seine Name? Ghazal - der Fürst der Pferde! Als ich 14 Jahre alt war, bekam ich das faszinierende Buch von Carl-Heinz Dömken geschenkt. Damals verlor ich mein Herz an ...
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