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Kastration - Das beste Mittel gegen Katzenelend!

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Eins und eins, das sind zwei? Nicht bei Katzen!

Nicht, wenn eine unkastrierte Katze und ein potenter Kater aufeinandertreffen. Rein theoretisch (aber glücklicherweise nur rein theoretisch) können aus so einer Verbindung in weniger als zwei Jahren mehr als 200 Nachkommen entstehen. Eine erschreckende Vorstellung, denn schon jetzt beklagt der Deutsche Tierschutzbund eine enorme Katzenschwemme. So werden in den über 500 Tierheimen allein dieser Organisation jährlich mehr als 130.000 Katzen aufgenommen.

Und die Vermittlung wird immer schwieriger. Weitere zwei-drei Millionen Katzen leben auf der Straße, auf Müllhalden, Friedhöfen oder in Industriegebieten. Diese Katzen sind menschenscheu. Man sieht sie nicht. „Sie sind immer auf der Suche nach Futter; sie sind ausgemergelt, schwach und krank. Viele gehen qualvoll zu Grunde, verhungern oder erfrieren“, beklagt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN E. V.

Was viele Katzenfreunde nicht wissen: Die Ursache dieses Tierleids sind unkastrierte Hauskatzen.

Deshalb hat das Bündnis „Pro Katze“, ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen TASSO e.V. (www.tasso.net), VIER PFOTEN (www.vier-pfoten.de) und Bund gegen Missbrauch der Tiere (www.bmt-tierschutz.de), sich dieser Problematik angenommen. Gemeinsam fordern Sie den Gesetzgeber auf, Regelungen zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hauskatzen mit Freigang in das Tierschutzgesetz aufzunehmen.

Sonja Lindemann, Vorsitzende der Katzenauffangstation Großheide-Westerende, die sich seit über 15 Jahren für den Schutz der Katzen im ostfriesischen Norden einsetzt, appelliert seit jeher an alle verantwortungsvollen Katzenhalter: „Lassen Sie Ihre Katze und Ihren Kater rechtzeitig kastrieren! Wer Nachwuchs verhindert, erhöht die Vermittlungschancen von Katzen, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten.“

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Und sie zählt gute Gründe auf, die für eine Kastration sprechen.

Bei Kätzinnen:

  • Kein unerwünschter Nachwuchs für den ein neues Zuhause gefunden werden muss
  • keine Rolligkeitssymptome
  • keine oder deutlich weniger übelriechende Markierungen
  • geringeres Bedürfnis herum zu streunen
  • weniger Aggressionen
  • stärkere Menschenbezogenheit
  • kaum Risiko hormoneller Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündungen
  • deutlich geringeres Risiko der Infektion mit FeLV (= Leukose) oder FIV (= Immunschwäche) durch den Wegfall von Paarungsbissen und Katzenkämpfen
  • doppelt so hohe Lebenserwartung

Bei Katern:

  • keine übelriechenden Markierungen. Geschlechtsreife Kater markieren ihr Territorium durch Harnspritzen an verschiedenen Stellen. Wenn sie dies im Haus machen, stört der ekelhaft penetrante Geruch.
  • weniger Aggression
  • weniger Streunen und größere Anhänglichkeit.
  • weniger Risiko für Verkehrsunfälle. Unkastrierte Kater sind oft tagelang und kilometerweit auf den Spuren rolliger Weibchen unterwegs.
  • weniger Rivalitätskämpfe und dadurch weniger Bissverletzungen, Eiterbeulen und Blutvergiftungen mit Fieber
  • kein abendliches Katzengeschrei während der Paarungszeit
  • größere Akzeptanz bei Nachbarn
  • doppelt so hohe Lebenserwartung

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Gibt es auch Nachteile?

Es sind praktisch keine Nachteile bekannt. Die Kastration ist nicht schuld, wenn Ihre Katze dick wird. Jedes Tier wird bei falscher Ernährung dick. Katzen mit Auslauf bleiben weiterhin gute Mäusefänger, falls sie schon vorher einen ausgeprägten Jagdtrieb hatten. Nur Harnsteine treten bei kastrierten Katern etwas häufiger auf als bei unkastrierten Tieren. Deshalb nicht nur Trockenfutter geben und immer für frisches Wasser sorgen.

Wann sollen Katzen kastriert werden?

Kätzinnen werden in der Regel vor der Geschlechtsreife mit spätestens vier Monaten kastriert. Auch das Kastrieren einer trächtigen Katze ist im Frühstadium noch möglich. Kater können ab dem fünften Monat kastriert werden, meistens jedoch bevor sie beginnen, ihr Territorium zu markieren. Auch ältere Tiere können noch problemlos operiert werden.

Welche Vorsichtsmassnahmen müssen vor und nach der Operation beachtet werden?

  • die Katze muss gesund sein
  • mindestens 12 Stunden vor der Operation kein Futter verabreichen
  • Wasser kann noch zur Verfügung stehen
  • nach der Operation an einem warmen, möglichst ebenerdigen Platz ausschlafen lassen
  • Katzen solange von anderen Katzen fern halten, bis sie wieder ganz „bei Sinnen“ sind, sonst kann es unnötigen Ärger unter den Tieren geben.
  • Katzen erst ins Freie lassen, wenn sie ganz von der Narkose aufgewacht sind
  • auch erst dann wieder füttern

Wichtig: Sollte die Wunde eitern oder die Katze nach der Aufwachphase nicht munter sein, müssen Sie sich beim Tierarzt melden.

 

Sie haben nicht genug Geld für eine Kastration? Scheuen Sie sich nicht, eine Tierschutzorganisation oder einen Tierarzt in Ihrer Nähe zu fragen, ob eine Kastrationsaktion läuft. Wer Tiere liebt, hilft auch ihren Menschen!

 

Text und Informationen: Katzenpsychologin Dr. Tjalda Saathoff
www.doktorcat.de

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Tjalda Saathoff
Über den Autoren Tjalda Saathoff
Dr. Tjalda Saathoff ist als Tochter eines Tierarztes in Esens nicht nur mit Kühen, Hunden, Pferden, Schweinen und einem ganzen Zoo von Kleintieren aufgewachsen, sie hat auch später immer mit Tieren - vor allem Katzen und Pferden - zusammengelebt. ...
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