Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Hundenase

Hunde haben einen phänomenalen Geruchsinn

Der Geruchssinn der Hunde fasziniert uns Menschen immer wieder. Sie können vor Unterzuckerung oder einem epileptischen Anfall warnen und sogar Krebs erschnüffeln. Beeindruckend dabei ist, dass die Geschwindigkeit der eingeatmeten Luft beim schnüffeln bis zu 40 Stundenkilometer beträgt. Dies entspricht in etwa der Windstärke 6 und würde auf dem Meer meterhohe Wellen auftürmen.

Wie genau funktioniert die Hundenase?

Der Geruchsinn des Hundes ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen der Nasenschleimhaut, den Riechzellen und dem Gehirn. Vereinfacht erklärt wird die eingeatmete Luft samt den enthaltenen Duftmolekülen in der Nasenschleimhaut gefiltert und in kleinere Portionen aufgeteilt. So wird es möglich, dass Hunde die unterschiedlichsten Gerüche wahrnehmen und verwerten können. Weiter spielen die Riechzellen eine entscheidende Rolle, denn sie leiten die Informationen an das Gehirn weiter. Dort beschäftigt sich ein Drittel der Hirnmasse ausschließlich mit der Verarbeitung der eintreffenden Signale. Nasenarbeit ist daher eine unglaublich effektive wie anstrengende geistige Arbeit.

Mensch und Hund – Nasenvergleich:

  • Größe Nasenschleimhaut Hund = bis zu 250 Quadratzentimeter
  • Größe Nasenschleimhaut Mensch = bis zu 7 Quadratzentimeter

Würde man also die Nasenschleimhaut eines Hundes voll entfalten können, würde sie ein komplettes Fußballfeld bedecken.

  • Anzahl Riechzellen Hund = bis zu 250 Millionen
  • Anzahl Riechzellen Mensch = bis zu 7 Millionen

Hunde können Gerüche bis zu 10 Millionen Mal besser wahrnehmen und bis zu 1000 x besser differenzieren. Eine 8 Meter dicke Schneedecke oder 3,5 Meter tiefe Erde ist kaum ein Problem für Hunde. Die Riechzellen des Hundes erneuern sich ein Leben lang immer wieder. Daher ist ein ständiges Training auf einen bestimmten Duftstoff enorm wichtig. Lange Pausen sollten vermieden werden.

  • Größe Riechhirn Hund = 10 % des Hundehirns
  • Größe Riechhirn Mensch = 1 % des Gehirns

Das Riechhirn ist beim Hund nicht nur deutlich größer, sondern wird schon von Welpe an entsprechend trainiert, damit es die Flut an Düften bewältigen kann.

Hundenase2Foto: Copyright Laura Tonon

Soziales Riechen

Hunde können anhand bestimmter Duftstoffe zum Beispiel die Läufigkeit einer Hündin feststellen. Auch Informationen über Alter, Geschlecht und Krankheiten nehmen Hunde wahr. Der Mensch produziert in bestimmten Situationen individuelle Duftstoffe, die Hunde riechen können und somit Angst, Wut und Freude wahrnehmen. Der menschliche Schweiß (z.B. bei Angst) enthält Buttersäure, die der Hund äußerst gut wahrnehmen kann.

Doch die Hundenase ist kein Roboter!

Zu intensive Stimulation, zu trockener Boden, starker Regen, Erschöpfung oder lange Pausen bei der Fährtenarbeit können sich negativ auf das Suchergebnis auswirken.

 

Text: www.meradog.com

Fotos: Copyright Laura Tonon