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Die Anzeichen erkrankter Nieren sind die Folgen einer mangelhaften Filterung und Reinigung des Blutes von harnpflichtigen Substanzen, einer sich allmählich steigernden Rückvergiftung und dementsprechende Auswirkungen auf den Gesamtorganismus.

Aufgabe der Nieren als hochempfindliche Filterorgane ist es, das Blut zu reinigen. Das Blut wird durch die Nieren hindurchgeschleust mit Hilfe der Herzmuskelkraft und Abhängigkeit vom Blutdruck. Viele Stoffe, die den Organismus normalerweise vergiften würden, werden somit ausgeschieden, solange die Nieren ihre Aufgabe wahrnehmen können und funktionsfähig sind.

Das Tückische an Nierenerkrankungen ist, dass diese erst bemerkt werden, wenn die Nieren ihre Funktion schon überwiegend eingestellt haben, da sie schon weitgehend geschädigt sind. Denn erst dann entstehen Symptome, welche uns zeigen, dass unser Tier erkrankt ist. Lange Zeit bleiben Nierenerkrankungen somit unentdeckt, falls nicht durch Zufall, beispielsweise bei einer Blutuntersuchung, die selten vorsorglich durchgeführt wird, oder im Zuge einer anderen Erkrankung festgestellt wird, dass eine Niereninsuffizienz besteht.

Die verschiedenen Krankheitsbilder und Symptomatiken

Bei Nierenerkrankungen tritt oft vermehrter Durst auf, meist ist dies das erste Alarmsignal, was dem Tierhalter auffällt. Hierbei denkt man sich jedoch noch nichts, erst, wenn weitere Symptome, wie Abgeschlagenheit, Mattigkeit, Apathie, Gewichtsverlust, Durchfall und struppiges Fell hinzukommen, macht der Tierbesitzer sich ernsthafte Sorgen und sucht einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker auf, um die Ursache herauszufinden.

Das Harnverhalten verändert sich, auch der Harn selbst erfährt eine Veränderung, sowohl, was Farbe, wie auch Geruch und Konsistenz betrifft. Beimengungen von Blut und Eiter können enthalten sein. Oft tritt im Verlaufe einer Nierenerkrankung erhöhte Temperatur und Fieber auf; der Appetit kann abnehmen oder auch bei schweren Erkrankungen ganz zum Erliegen kommen.

Nimmt die Katze oder der Hund keine Nahrung mehr freiwillig auf, so ist dies höchstes Alarmsignal und zeigt uns, dass es „kurz vor Zwölf" ist.

Bei der sogenannten Urämie stellt sich ein auffallender Mundgeruch nach Urin ein. Manchmal tritt im Zuge der Nierenerkrankung auch Durchfall und Erbrechen auf. Bei sehr schmerzhaften Prozessen wird der Rücken gekrümmt und der Gang ist vorsichtig, fast schleichend; da jeder Schritt weh tut.

Bei chronischen Nierenerkrankungen stehen Abmagerung, Zerfall, Haut- und Fellprobleme im Vordergrund; auch Juckreiz kann auftreten, die Haut wird schuppig, das Tier apathisch. Ebenfalls können Veränderungen der Augen auftreten, der Blick wird verschwommen durch eine Trübung der Linse oder der Hornhaut.

Die akute Nierenentzündung (Nephritis) zeigt sich durch erhebliche und plötzlich auftretende Schmerzen; aufgeregtes Umhergehen in einer gekrümmten Körperhaltung, ständiges Verlangen nach draußen zu kommen, mehr oder weniger schmerzhafter, meist eingeschränkter Harnabsatz. Die Nierengegend ist schmerzhaft und überempfindlich, wärmer als die Umgebung. Das Allgemeinbefinden ist stark gestört, das Tier fiebert; oft kommt auch Durchfall und Erbrechen hinzu.

Bleibt bei der akuten Nierenentzündung eine erfolgreiche Therapie aus und das erkrankte Tier überlebt, kann diese sich in ein chronisches Stadium verwandeln. Das Leiden schreitet im Verborgenen weiter; der Tierhalter bemerkt es oft nicht einmal. Im Verlaufe der chronischen Nierenentzündung trinkt das Tier sehr viel, uriniert häufiger und chronische Haut- und Fellveränderungen mit Schuppen und Juckreiz treten auf. Das erkrankte Tier magert schleichend ab, erbricht ggf. hin und wieder Blut und wird mit der Zeit immer apathischer. Die Niereninsuffizienz schreitet fort, immer mehr filtrierendes Nierenparenchym degeneriert und wird unbrauchbar; das Tier „trocknet" aus. Das Blut wird nur noch schlecht entgiftet, der Harn wird heller und wässriger. Letztlich führt diese fortschreitende Degeneration zur Nierenzirrhose. Im Verlaufe der Erkrankung kann eine Urämie auftreten, diese führt an verschiedenen Organen zu Entzündungssymptomen. Die Schleimhäute des Verdauungssystems reagieren etwa mit Stomatitis, Enteritis oder Gastritis. Auch die Lidbindehaut ist entzündet. Das Tier magert extrem ab, das Fell wirkt stumpf und zauselig. In diesem Stadium wird oftmals die chronifizierte Nierenerkrankung erst erkannt. Nicht immer geht ihr eine akute Entzündung voraus, so, dass der Tierhalter sofort handeln kann. Oft verläuft der gesamte Prozess schleichend und die Nierenerkrankung wird erst bemerkt, wenn kaum noch Hoffnung besteht.

Ursachen

Ursächlich sind in der Regel die Stoffe, die aufgenommen werden; sei es durch Futter, sei es durch Medikamente, sei es durch giftige oder schädliche Substanzen in der Umgebung. Die Nieren sind überfordert, Giftstoffe des Blutes können nicht mehr alle gereinigt und gefiltert werden und es kommt zu Schädigungen der Nieren aufgrund Überforderung. Ursächlich können weiterhin akute Erkrankungen sein durch Unterkühlung, Bakterien, Viren, im Zuge einer Erkältung. Aus der akuten Schädigung bzw. Entzündung der Nieren resultiert eine chronische Schädigung, wenn nicht erfolgreich „gegengesteuert" wird. Bei Katzen sind die Nieren übrigens auch das empfindlichste Organ, sie sind ganz besonders anfällig für Nierenerkrankungen. Durch die meist späte Symptomatik und das somit sehr späte Erkennen der Niereninsuffizienz ist die Prognose meist schlecht. Sehr viele Niereninsuffizienzen verlaufen somit in kürzester Zeit tödlich.

Therapie

Je nach Ursache der Nierenerkrankung therapiert der Tierarzt mit Antibiotika und einer speziellen Nierendiät. Bei schweren Niereninsuffizienzen kommen grundsätzlich Infusionen zum Einsatz, welche oftmals einen sehr guten Erfolg verzeichnen. Leider wirken die Infusionen meist nur so lange positiv auf die Nierenerkrankung, wie diese auch verabreicht werden. Eine Dauertherapie mit Infusionen gestaltet sich sehr schwierig, da tägliche Tierarztbesuche die Folge sind.

Wir werden mit Patienten, welche an Niereninsuffizienz erkrankt sind, in der Regel erst dann konfrontiert, wenn die tierärztliche Therapie nicht greift bzw. nicht mehr durchführbar ist.

Die Homöopathie und nicht zuletzt die ganzheitliche Betrachtung, welche auch die Fütterung mit einschließt, bietet ein breites Feld an Therapiemöglichkeiten für an Niereninsuffizienz erkrankte Katzen und Hunde. Oft bereits aufgegebene Tiere erhalten durch eine homöopathische und ganzheitliche Therapie eine zweite Chance und leben noch viele Jahre beschwerdefrei. Leider kann man bei Beginn der Therapie jedoch nicht sagen, inwieweit das einzelne erkrankte Tier noch eine reelle Chance auf Lebensqualität hat. Glücklicherweise täusche ich mich manchmal, wenn ich denke, hier besteht keine Chance auf Genesung und es wäre besser, das Tier zu erlösen. Nicht selten ist es so, dass sich der Tierbesitzer einige Zeit später bei mir meldet und begeistert berichtet, wie gut es seinem Tier wieder geht.

Weitere Informationen zum Thema und Erfahrungsbrichte lesen sie unter: www.tierheilkundezentrum.de

Text und Fotos: Tierheilpraktikerin Claudia Nehls, 33014 Bad Driburg www.tierheilkundezentrum.de

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Über den Autoren

Claudia Nehls

Claudia Nehls

Claudia Nehls ist Tierheilpraktikerin aus Überzeugung. Sie heilte einst ihr eigenes, von Tierärzten aufgegebenes Pferd mit homöopathischen Mitteln. Begeistert absolvierte sie daraufhin gleich zwei Studiengänge der Tierheilkunde: Ein Direkt- und p ...