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Aufmerksam, schnell, wendig

Jackie aka Spirit of Austria Black First Lady aus Österreich ist ein sportlicher Cardigan Corgi. Bisher brillierte sie beim Hüten und im Treibball, 2014 startete sie in ihre erste Breitensportsaison.

In Österreich gibt es für Hunde Breitensportwettbewerbe (siehe Infokasten), das Äquivalent zum Turnierhundsport in Deutschland. Johanna Wurm ist nicht nur leidenschaftliche Hundebesitzerin. Sie hat ihre Liebe zum Hund zum Beruf gemacht, bietet unter www.corgivet.com den vollen Service rund um den Hund an, ob Frisör, Gassigeh-Dienst oder Tierfotografie und mehr. Zusammen mit ihrer Welsh Corgi Cardigan Hündin Jackie nahm Johanna Wurm 2014 an den ersten Wettbewerben teil und qualifizierte sich direkt für die Staatsmeisterschaft. Dafür musste sie auf drei Turnieren starten, reisten von Trumau, Niederösterreich, bis nach Weißkirchen, Oberösterreich, und schließlich in die Steiermark, nach Kaindorf.

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Im Juni 2014 machten sie sich schließlich mit der Breitensportmannschaft des HSC Wiener Neudorf auf zur Staatsmeisterschaft nach Bregenz, Voralberg. Wegen der langen, über sechsstündigen Fahrt musste sie zu einer Zeit aufstehen, wo Johanna und Jackie normalerweise die schönsten Träume haben. Wie sollen Hund und Mensch da Höchstleistungen bringen? „Zum Glück waren einige meiner Freunde dabei, so war die Fahrt einigermaßen erträglich“, sagt Johanna und erinnert sich noch gut an den großen Tag: „Kaum angekommen, fand ich einen schönen, gepflegten Breitensportplatz vor. Ich durfte ein bisschen auf dem weichen, kurz geschnittenen Rasen trainieren. Jackie musste ich immer bremsen, das konnte sie gar nicht verstehen. Tags darauf kamen wir wieder zu diesem tollen Platz. Es herrschte eine ganz andere Atmosphäre, Turnier eben: Viele Hunde, Zelte, Menschen. Nervosität und Anspannung lagen in der Luft. Musik spielte und es war heiß, furchtbar heiß.

Mir kam es wie eine Ewigkeit vor, bis ich endlich an den Start gehen durfte. Die erste Teilprüfung war die so genannte Unterordnung, was weder Jackie noch ich besonders gerne machen. Wie immer bemühte sich Jackie zu gefallen und alles richtig zu machen, aber so ganz gelungen ist das nicht. Aber es lag an mir, wie immer, wenn die Hundeführerin nervös ist, ist es auch der Hund.“

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Johanna Wurm war dennoch guter Dinge. Beim anschließenden Slalom war Jackie voll bei der Sache und musste wieder gebremst werden. „Ich kann sie nicht so schnell laufen lassen, wie sie gerne möchte, denn wenn sie ungeduldig wird, lässt sie gerne mal ein Tor aus“, erklärt Johanna lachend. „Die Schnellsten waren wir dadurch nicht, dafür sehr synchron. Der Hürdenteil ging allerdings mit mit richtig Vollgas; wir hatten die zweitbeste Zeit in unserer Klasse. Richtig Spaß machte der dritte und letzte Teil, der Hindernislauf: Weitsprung, Steg, Tunnel, Reifen, Hürden.“

Jackie lief so schnell ihre kurzen Beine sie tragen konnten. Da zahlte sich das Training aus, wo Jackie immer viel Spaß hat, sich mit ihrem Frauchen zu messen, wer schneller im Ziel ist.

„In der Klasse D3 (Hundeführer zwischen 40 und 50 Jahren alt), in der wir starten, erreichten wir Rang 5 von 16 Teilnehmer. Lange Rede, kurzer Sinn. Leider haben wir uns um drei Plätze nicht für den zweiten, den eigentlichen Staatsmeisterschaftslauf qualifiziert. Dafür werden mehrere Altersklassen (von 20 - 50 Jahren) zusammengezogen und gewertet. Es waren insgesamt 37 Teilnehmerinnen. In die Wertung kommen die ersten 15 und wir wurden 18. Dabei sein ist alles, und wir sind noch neu in diesem Sport. Es war ein fantastisches Erlebnis und ich bin mir sicher, dass wir es 2015 wieder versuchen werden.“

Text: Susanne Bösche - Fotos: Archiv Johanna Wurm
Erschienen in der Corgi Post 3/2014

Breitensport setzt sich aus vier Disziplinen zusammen: Unterordnung, Hürdenlauf, Slalom und Hindernisbahn. Wobei beim Hürdenlauf und Slalom auch der Hundeführer über die Hürden und durch die, ähnlich einem Riesentorlauf, gesteckten Stangen laufen muss. Bei dieser Sportart wird auch die Laufzeit des Hundeführers gemessen. Der Erste, egal ob Hund oder Hundeführer, der durch die Startlichtschranke läuft startet die Zeit. Am Ende der Strecke wird die Zeit vom letzten Partner des Teams (Hund oder Hundeführer), welcher durch die Ziellichtschranke läuft, angehalten.Die Bewertung erfolgt über ein Punktesystem. Die vier Disziplinen bleiben bei jedem Wettkampf, der zur Erreichung eines Abrichtekennzeichens führt, immer gleich.

Es gibt ebenso Wettbewerbe Bewerbe mit Unterordnung und nur einer Laufdisziplin, oder überhaupt nur reine Laufbewerbe. Diese zählen als Open und nicht als Prüfung im Sinne der Breitensport Prüfungsordnung. Die Länge der einzelnen Bahnen sind immer gleich. Die Aufstellung der Geräte bei der Hindernisbahn können variieren. In Deutschland siehe www.dvg-hundesport.de/home/turnierhundsport.de

Manche behaupten, dass Breitensport nicht anspruchsvoll ist. Ich denke aber, dass es ein wirklicher Hund-Mensch Teamsport ist. Das beginnt ja schon bei der Unterordnung. Diese wird von den Leistungsrichtern auch immer strenger bewertet. Dabei wird sowohl in der Leinenführigkeit, als auch in der Freifolge ein großer Teil im Laufschritt gezeigt. Auch bei den Laufbewerben an sich ist es meiner Meinung nach wichtig, dass der Hund synchron mit seinem Besitzer ist. Erstens nutzt es ja nichts, wenn der Hund auch noch so schnell ist, der Besitzer aber langsam und zweitens ist es schwieriger den Hund zu kontrollieren, daher schleicht sich gerne mal ein Fehler ein (Tor oder Hindernis werden einfach ausgelassen). Was mir noch sehr gut gefällt, dass man einfach mit seinem Hund "alt" werden kann. Denn wenn wir wollen und in 10 Jahren noch immer laufen, dann schafft es der Hund auch noch, weil ja beide zählen. Beim Agility hingegen, ist es egal wie alt der Besitzer ist, es gibt nur vollgas, da kann man auch den Hund schon mal überstrapazieren.

Rein prinzipiell meine ich, dass es egal ist, was man mit seinem Hund macht, Hauptsache er darf was tun, hat eine Aufgabe, die ich im Idealfall mit ihm mache, das fördert die Bindung und das "Rudelleben".

Über den Autoren

Susanne Boesche

Susanne Boesche

Meiner ersten großen Liebe verdanke ich die Begeisterung für Arabische Pferde. Seine Name? Ghazal - der Fürst der Pferde! Als ich 14 Jahre alt war, bekam ich das faszinierende Buch von Carl-Heinz Dömken geschenkt. Damals verlor ich mein Herz an ...