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Tiersucher der K-9 Suchhundezentren sind in Alarmbereitschaft. Gerade zum Jahreswechsel werden besonderes viele Hunde und Katzen von ihren Besitzern vermisst gemeldet. Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten besorgte Tierhalter beachten. 

Gerade zum Jahreswechsel haben die Tiersucher der K-9 Suchhundezentren Hochsaison. Häufig werden Hunde beim Gassigang schon Stunden vor der Silvester-Nacht durch vereinzelt gezündete Knaller und Raketen so erschreckt, dass sie sich losreißen, in Panik geraten und nicht mehr den Weg zurück zu ihren Haltern finden. Auch Katzen, die sonst zuverlässige Freigänger sind, können durch den Lärm der Feuerwerkskörper so verschreckt werden, dass sie sich nicht mehr aus ihrem Versteck trauen oder weitere Strecken als normal zurücklegen, um sich in Sicherheit zu bringen. Alexandra Grunow, Gründerin der K-9 Suchhundezentrumen rät: „Leinen Sie Ihre Hunde unbedingt schon mindestens zwei Tage vor und nach Silvester an und führen Sie sie mit einem Sicherheitsgeschirr mit zwei Bauchgurten.

 

Außerdem empfiehlt sich beim Gassi-Gehen eine doppelte Sicherung an Halsband (in diesem Fall besser eine Halsung mit Zugstopp) und dem Sicherheitsgeschirr. Lassen Sie Ihren Hund tagsüber nicht unbeaufsichtigt in den Garten. Am Silvesterabend Hund und Katze im Haus oder eigenem Raum lassen - egal wie unerschrocken die Tiere bislang auch waren.“

Für den Fall des Entlaufens haben die K-9 Suchhundezentren gemeinsam mit dem „Petguard – Tierschutzbrief“ * diese Erste-Hilfe-Maßnahmen erarbeitet und bitten um  Veröffentlichung:

1.      Kurz nach dem Verschwinden

Bleiben Sie (oder eine dem Hund vertraute Person) nach Möglichkeit an dem Ort, an dem Ihr Hund verschwunden ist. Ist er nach ca. 30 Minuten nicht zurück gekehrt, kann es sein, dass er zu Ihrem geparkten Auto gelaufen ist und dort wartet. Sollten Sie sich im Nahbereich von Zuhause befinden, läuft der Hund gegebenenfalls dorthin zurück. Stellen Sie sicher, dass der Hund Zugang zu seinem Garten / Haus hat (entweder durch Familienmitglied zuhause oder offene Gartentür). Sie bleiben aber bitte am Entlaufort!!! Nicht, dass Sie und Ihr Hund sich verpassen.

2. Eine Weile nach dem Verschwinden

Ist Ihr Hund nach mehr als 60 Minuten noch nicht zu Ihnen oder dem parkenden Auto zurück gekehrt, sollten Sie die Tiersuch-Notfallkette anlaufen lassen - wenn Ihr Hund ohne Leine entlaufen ist und kein Unfall vorliegt, sonst bitte früher:

• Notfall-Hotline der K-9 Tiersucher anrufen und Notfallberatung der Experten bekommen.

Notfallnummer:  0173-979 666 6

www.suchhunde-zentrum.de
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TASSO Haustierregister oder Findefix verständigen, falls das Tier dort registriert ist


• Polizei anrufen
• Jäger oder Forstamt, Tierheime verständigen (Telefonnummern erhalten Sie über die Gemeinde oder Polizei)
• Tierärzte und Kliniken, Autobahnmeisterei, regionaler Rundfunk
• Tiersuchhunde alarmieren

Wichtig: Hinterlassen Sie bei den Behörden immer eine Rückrufnummer und bedenken Sie, dass die einzelnen Institutionen nicht untereinander vernetzt sind.

Gesucht
3. Wenn Ihr Tier bereits mehrere Stunden weg ist

Suchen Sie ein aktuelles Foto Ihres Tieres heraus und fertigen Sie ein Suchplakat an. Sie können auch bei Tasso oder Findefix Ihr Foto online hochladen und ein professionelle Suchplakat erstellen. Dieses wird online erstellt und kann selbst sofort ausgedruckt werden. Fragen Sie Nachbarn und Freunde, ob Sie bei der möglichst großräumigen Verteilung der Plakate helfen. Auch wenn Ihr Tierschon älter oder verletzt sein sollte, plakatieren Sie trotzdem in einem möglichst weiten Radius. Ein Tier in Panik kann sehr weite Strecken zurücklegen.

Achtung: Wildes Plakatieren mit eigenen Zetteln ist eigentich verboten, bitte holen Sie sich deshalb die Erlaubnis der zuständigen Behörden, Parkverwaltung, Praxen- oder Ladenbesitzer ein.

• Zudem hat es sich bewährt, bei Polizei und Tierheimen auch mehrfach nachzufragen bzw. direkt hinzufahren (Schichtwechsel etc.).

Facebook bietet eine gute Plattform für Haustier-Vermisstenanzeigen. Es gibt bereits einige Gruppen, die extra dafür eingestellt wurden und bereits stark vernetzt sind.

Aber Achtung vor Betrügern im Internet! Nicht die private Telefonnummer öffentlich einstellen oder auf Suchplakaten angeben! Es hat mittlerweile schon mehrere Fälle gegeben, in denen für die Rückvermittlung des Tieres Geld verlangt wurde. Besser ist es, die K-9-Notruf-Hotline anzugeben.

4. Der Einsatz von Tiersuchhunden

Die K-9 Tiersuchhunde und ihre Hundeführer sind dazu ausgebildet, die Spur eines entlaufenen Tieres (vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch jegliche andere Art) zu verfolgen.

• Das Tier wird, wenn möglich, entweder direkt gefunden (wenn es beispielsweise festhängt, verletzt oder tot ist)
• Es wird ein Gebiet eingekreist, indem sich das Tier befindet (beispielsweise ein Angsthund, der sich versteckt). Es ist wichtig, das vermisste Tier nicht weiter weg zu treiben, sondern es möglichst stationär in einem Gebiet zu halten.

5. Sicherung eines Referenzgeruchs

Sichern Sie vorsorglich, vor allem, wenn Sie mehrere Tiere zuhause haben, einen eindeutigen Geruchsartikel Ihres Tieres. Nehmen Sie dazu sterile Handschuhe, zum Beispiel aus dem Verbandskasten, sterile Kompressen und ein neues unbenutztes Einwegglas. Bitte ziehen Sie die Handschuhe an, entnehmen Sie die Kompresse und putzen Sie Ihrem Hund vorsichtig die Ohren aus oder streichen Sie im Maul über die Zähne und innen die Lefzen. Das sind Bereiche, die niemand anderes beim Streicheln des Tieres berührt. Sie können auch von der Innenseite des Schenkels ein paar Haare abschneiden. Geben Sie die Kompresse oder die Haare ins Glas und frieren Sie es ein. So haben die Tiersucher einen eindeutigen Geruch Ihres Tieres der über Monate haltbar ist. Aber bitte: Alle Teile dieses Vorganges dürfen nur von Ihnen selbst durchgeführt werden. Dann befinden sich geruchlich nur Sie und Ihr Tier am Referenzgeruch! Gerade Pflegestellen sollten von allen Pflegetieren Einzelgerüche anfertigen, beschriften und archivieren.

6. Allgemein

Widerstehen Sie dem (total verständlichen) Impuls, einen eigenen "Suchtrupp" auf die Beine zu stellen und das Gebiet (im schlechtesten Fall auch noch mit irgendwelchen weiteren Hunden) zu durchkämmen:

a) Ist Ihr Tier voraussichtlich in einer Art Panikmodus - im Instinkt erhalten - und wird sogar Sie als Bedrohung empfinden. Ist es mobil, werden Sie es nur unnötig vor sich her und damit aus dem bekannten Gebiet treiben. Hängt es fest, wird es sich vermutlich still verhalten, um nicht entdeckt zu werden.

b) Der Besitzer erzeugt durch Hin- und Herlaufen in dem Gebiet haufenweise verwirrende Geruchsspuren, die dem entlaufenen Hund das Nachhause- oder Zum-Parkplatz-Finden mittels des vertrauten Besitzergeruchs unheimlich erschweren.

c) wird das Suchgebiet für spätere K-9 Tiersuchhunde unnötig mit Spuren von für die Suchhunde "relevanten" Gerüchen (Familienmitgliedern und -tiere) kontaminiert, was deren Arbeit unnötig verkompliziert.


Die K-9 Suchhundezentren gibt es in Deutschland, Österreich, Schweiz und einigen anderen europäischen Ländern. Sie verfügen über ein riesiges Tiersuch-Netzwerk mit über 120 einsatzfähigen und geprüften Suchhunden, die regelmäßig in Einsätze gehen. Neben den Suchhunden ist aber auch die ausgiebige  telefonische Beratung eine wichtige Säule der Tiersuche. Allein bis Oktober diesem Jahres haben die K9-Tiersucher bereits über 110.610 Stunden beraten, gesucht und gesichert. Die K9 Tiersucher arbeiten bisher ehrenamtlich.

Doch die immer größer werdende Zahl der Einsätze lässt sich so in der Freizeit einfach nicht mehr bewältigen. Deswegen haben Alexandra Grunow und Rovena Langkau, die Gründerinnen von K9,  das „Petguard Haustier Schutzpaket“ ins Leben gerufen. Dieses Schutzpaket funktioniert ähnlich wie man das vom ADAC her kennt. Für einen Monatsbetrag von 6,99 Euro können sich Tierhalter die Dienste der Tiersucher für den Notfall sichern. So sollen die teuren Suchhund-Einsätze, die so um die 1.500 Euro kosten, für Jeden erschwinglich werden. In Zusammenarbeit mit einer der größten privaten Notruforganisationen kann so eine Beratung über 24 Stunden, 365 Tage im Jahr sichergestellt werden.

Text: www.suchhunde-zentrum.de

 

 

Foto Hund: Copyright Kerstin Schröter - tierspiegel.de

 

 

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