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Parasitenfreie HaustiereHunde und Katzen vier Mal im Jahr entwurmen: Das schützt auch Herrchen und Angehörige

Tierärzte raten vier Mal im Jahr zur Wurmkur beim Hund und bei der Katze

Wer den Begriff Haustier nicht ganz wörtlich nimmt und seinem Hund oder seiner Katze den Kontakt zur freien Natur anbietet, muss häufiger mit Zecken, Flöhen und Läusen rechnen. Für Tierliebhaber ist das kein Problem: Viele Ektoparasiten, so der Fachbegriff für die kleinen Quälgeister im Fell oder auf der Haut, können mit Halsbändern oder modernen Spot-on-Präparaten zum Auftropfen auf die Haut abgewehrt werden. Bei Endoparasiten, wie Würmern, sieht die Sache oft anders aus. Sie sind nicht äußerlich sichtbar und geraten bei Tierbesitzern gern in Vergessenheit. Wurmkuren werden zu selten durchgeführt. „Dabei können auch Würmer auf den Menschen übertragen werden und die Gesundheit gefährden“, weiß Tierärztin Silke Ellerkamp aus Ahlen.

Hunde und Katzen nehmen die Larven der Würmer meist beim Schnuppern und Lecken auf. Von den vielen verschiedenen Wurmarten sind nicht alle für das Haustier gefährlich. Manche Rund- und Bandwürmer beeinträchtigen die Tiere aber stark und machen sich so bemerkbar. „Für Menschen sind besonders die Bandwürmer ein Problem“, schildert die erfahrene Veterinärin. „Die Larven des Fuchsbandwurms können in die menschliche Leber eindringen und das Organ langsam zerstören“, weiß Ellerkamp.

Die Ahlener Tierärztin rät ihren Kunden daher, vorsorglich vier Mal im Jahr eine Wurmkur durchzuführen. Studien der europäischen, veterinärparasitologischen Organisation ESCCAP haben nämlich gezeigt, dass eine ein- bis zweimalige Entwurmung in den meisten Fällen nicht ausreicht. Lediglich reine Hauskatzen und Schoßhündchen kommen damit klar. Hunde und Katzen, die häufig Beutetiere aufstöbern, in Zwingern leben oder Streunen, müssen in kürzeren Abständen entwurmt werden. „Für Katzen gibt es zur Abwehr von Würmern ein Spot-on-Präparat, das leicht anzuwenden ist“, erläutert Ellerkamp. Hunde erhalten ihre Wurmkur meist in Form von Tabletten.

Typische Anzeichen eines Wurmbefalls bei Hund und Katze sind Durchfälle und Gewichtsverlust. Da viele Würmer durch die Lunge wandern, bevor sie sich im Darm ansiedeln, kommt es manchmal auch zu einem Wurmhusten. Sind die Würmer erst einmal im Darm, ernähren sie sich von den Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, die das Tier mit der Nahrung aufnimmt. Das Haustier selbst kann dadurch in einen Mangel geraten. „Das Fell kann struppig und stumpf aussehen“, berichtet Ellerkamp weiter. Die Tiere wirken müde und erschöpft.

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Tierbesitzer regelmäßig, alle vier bis sechs Wochen, eine Kotprobe ihrer Schützlinge beim Tierarzt abgeben, der den Stuhl auf Wurmbefall testet. „Diese Untersuchung ist allerdings im Verhältnis kostspielig und aufwendig“, meint die Tierärztin. „Die regelmäßige Entwurmung bietet deutlich Vorteile“. Ist das Tier befallen, muss ohnehin eine Wurmkur durchgeführt werden. „Die Belastung bei einer quartalsweisen Entwurmung ist für Hunde und Katzen zu vernachlässigen“, bestätigt die Ahlenerin.

Text: www.dgk.de - Dr. Corinna Kolac
Foto: Kerstin Schröter