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Welpenerziehung

Nachwuchs auf vier Pfoten: 5 Basics, die in der Welpenerziehung nicht fehlen dürfen

Welpen ... sie sind süß, niedlich, bezaubernd und für fast alle Menschen und alle zukünftigen Welpenbesitzer unwiderstehlich. Es fällt schwer, ihnen nicht zuzuhören, wenn sie unser "Ohr" wünschen. Sie wickeln uns förmlich um ihre kleinen Pfoten und rauben uns spätestens nach dem Einzug jeden guten Vorsatz einer "konsequenten" Erziehung. Aber, was macht eine gute Welpenerziehung aus? Was braucht ein Welpe an Erziehung? Was braucht es an Beziehung, um überhaupt erziehen zu können?

Um einen Welpen mit seinem genetischen Gepäck verstehen und somit auch erziehen zu können, braucht es in erster Linie ein theoretisches Wissen über Welpenverhalten und Welpenentwicklung. Die Welpenzeit umfasst ein Zeitfenster von ca. fünf Monaten. „Der Mensch muss lernen, durch die Brille des Welpen auf sich selbst zu schauen. Der Erziehende muss Vorbild sein, damit Erziehung überhaupt möglich wird. Dafür muss er sein Verhalten reflektieren können“, sagt Marion Terhaar. Sie ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Menschen und Hunde. Im Folgenden erklärt sie fünf Basics, die in der Welpenerziehung nicht fehlen dürfen.

1. Orientierung geben

In der Natur orientieren sich Welpen ausschließlich am Verhalten der Mutterhündin. Das ist der natürliche Überlebensinstinkt eines jeden Säugetiers. Er äußert sich insbesondere durch den Folgetrieb von Welpen. Dieser starke Überlebensinstinkt schließt bis zum Junghundealter sowohl innerartlich als auch für uns Menschen, eine nachhaltige Erziehung förmlich aus. Die Welpenzeit dient ausschließlich dem Aufbau einer stabilen Beziehung zwischen Mensch und Hund, dem Vorleben von sozialen Strukturen, sowie einer wohlwollenden Handlungsfähigkeit des Menschen. Nur so kann der Welpe, sich auch nach dem Verlust seiner Mutter wie auch seiner Wurfgeschwister vertrauensvoll an seine neuen Sozialpartner orientieren. „Der Mensch MUSS um das genetisch fest verankerte Welpenverhalten wissen, damit er sich richtig verhalten kann!“ so Marion Terhaar.

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2. Unerwünschtes Verhalten managen, Haltung zeigen, wertfrei erziehen

Welpen gehen innerhalb ihres gewohnten Umfeldes gerne auf Entdeckungstour. In der Natur ist es der Geburtsort einschließlich seines Umfelds. Beim Menschen wird es in der Regel die Wohnung und der Garten. Welpen gehen noch ungern spazieren, denn: „My home is my castle“, so Marion Terhaar. Im gewohnten häuslichen Umfeld können sie jedoch so einigen Unfug anstellen. Was tun? Hier ist das Management des Hundebesitzers gefragt, der mit einer klaren, sowie abgrenzenden Haltung den Welpen immer wieder aus der Situation nimmt. Wichtig ist es dabei, dass der Mensch sich bei störendem Verhalten emotional und sozial abgrenzt. Nur dann kann sich der Hund anpassen. Als soziales Lebewesen wird der Welpe folglich bemüht sein, sich so zu verhalten, damit er die existenziell wichtige emotionale Aufmerksamkeit von seinem Menschen bekommt.

3. In Grenzen leben lernen

Jedes Individuum trachtet nach Selbstbestimmung. Der Welpe kommt mit einem extrem stark ausgeprägtem Überlebenswillen auf die Welt, in welchem es ausschließlich um das Durchsetzen seiner Interessen geht. Wurfgeschwister sind an der Milchbar immer nur Gegner. Die Hundemutter sorgt nicht dafür, dass jeder drankommt. Jeder Welpe muss für sich selbst sorgen. Dieser starke Wille schließt Begrenzung förmlich aus! Hunde, die in Freiheit geboren werden, lernen in innerartlichen Grenzen zu überleben. Unsere Hunde jedoch sollen sich in unserem Umfeld integrieren und unseren Lebensgewohnheiten anpassen. Wir aber haben als Menschen ganz andere Vorstellungen von Grenzen. Somit muss der Welpe lernen und akzeptieren, wie der Mensch ihn begrenzt. Mit Hilfe einer Hausleine oder eines Welpenauslaufes ist es möglich, den Welpen konfliktfrei zu managen und zu begrenzen.

4. Die Stubenreinheit, am liebsten sofort

Welpen sind erst mit Eintritt ins Junghundealter in der Lage, ihre Blase bewusst zu kontrollieren.Nachts, wenn der Stoffwechsel niedrig ist und keine Aktivität stattfindet, sind sie schnell in der Lage, mit uns durchzuschlafen. Über Tag sieht das dann anders aus. Auch hier hilft ein gutes Management und eine klare Begrenzung, wenn wir Menschen unseren täglichen Verpflichtungen nachgehen müssen. Die Begrenzung kann durchaus in unserem Umfeld stattfinden, sodass der
Welpe zwar keine Freiheit, aber unsere Nähe hat. Alle zwei Stunden raus an die frische Luft, egal ob der Welpe gerade muss oder nicht. Er wird sich draußen lösen! Anschließend ordentlich loben und soziale Freude zeigen.

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5. Ruhezeiten für Gehirn und Körper

Das Gehirn eines Hundewelpen ist genauso empfindlich für äußere Einflüsse, wie das Gehirn eines Menschenbabys. Um einen ruhigen und entspannten Wegbegleiter zu bekommen, benötigt das Gehirn die dafür erforderlichen Erfahrungen im Abgleich mit den erforderlichen Ruhephasen. Damit das noch unreife Gehirn ausreichend Zeit hat Erfahrungen abzuspeichern. Das bedingt eine vorwiegend ruhige Umgebung ohne übertriebene Reizüberflutung. Nur so können sich die Synapsen in Ruhe verdrahten und dafür sorgen, dass der Welpe auch in unserer menschlichen Umgebung ein ausgeglichenes Verhalten entwickeln kann. Besonders der allgemeine Trend, schon den Welpen mit Futter für Erlerntes zu belohnen, schließt das Erlernen von Ruhe im Kontext mit den Menschen aus. Denn, damit erschaffen wir eine künstliche Erwartungshaltung von Seiten des Welpen, welche im Konflikt mit dem Ruhebedürfnis steht.

 

Über Marion Terhaar: „Meine Arbeit als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden hat mich zu dem Punkt geführt, an dem der Mensch in das Leben des Hundes eintritt und an seiner Entwicklung mitwirkt. Meine Beobachtungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse haben nicht nur meine  Arbeit stark beeinflusst, sondern auch die Beratung von Menschen mit ihren Welpen. Gerade die ersten Monate sind wegweisend für das Leben von Mensch mit Hund. Dieser theoretische Informationsbedarf ist aus meiner Sicht auf dem Hundeplatz nicht zufriedenstellend zu vermitteln.“ so Marion Terhaar. In dem aus ihrer beruflichen Tätigkeit hervorgegangenen Zuchtprogramm "FAMILYDOGS4YOU – artgerecht Hunde züchten" und dem daraus von ihr entwickelten einzigartigen neuen Konzept "DOG-SCHOOLING – artgerecht Hunde führen" legt sie ihren Fokus einzig darauf, Menschen so zu schulen, dass diese mit ihren Hunden ein glückliches, harmonisches und möglichst problemfreies Miteinander leben können. Dazu legt sie von Anfang an Wert auf eine hundegerechte Erziehung, bei welcher es im Kern auf eine gute Mensch-Hund-Verständigung ankommt.


Weitere Informationen unter: www.marionterhaar.de

 

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