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Revierverhalten - Foto Margit Völtz pixelio.deRevierverhalten - Foto: Margit Völtz pixelio.de

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Nicht nur Menschen, auch Katzen in einem Wohngebiet können einander ganz schön ins Gehege kommen und dabei buchstäblich die Fetzen fliegen lassen.

„Wer die Möglichkeit hat, seiner Samtpfote Freilauf zu gewähren, sollte sich deshalb auch über die Katzen in der Nachbarschaft informieren“, rät die Katzenbuch-Autorin Brigitte Eilert-Overbeck. „Etwa, ob es in der näheren Umgebung raufsüchtige Rambos gibt. Oder unkastrierte aggressive Streuner, die sich mit ihren Rivalen wilde Beißereien liefern. In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Auslauf für die eigene Katze ein- und ausbruchssicher zu umzäunen. Und es empfiehlt sich auf jeden Fall, bei den ersten Freigängen mit vor die Tür zu gehen – das hält potenzielle Angreifer schon mal auf Abstand.“

Revierverhalten Klopprereien lassen sich manchmal nicht vermeiden - Andrea71 pixelio.deKlopprereien lassen sich manchmal nicht vermeiden - Foto: Andrea71 pixelio.de

„Böse“ sind die vierbeinigen Nachbarn übrigens in den seltensten Fällen. Meist sind sie sogar bestrebt, Kämpfe zu vermeiden. Aber: Sie alle fühlen sich als „Revierbesitzer“ und verteidigen ihr Territorium notfalls mit Gewalt gegen Übergriffe. Das gilt vor allem für das „Heim erster Ordnung“ mit Schlaf- und Futterplatz. Hier heißt es: „Zutritt für Unbefugte verboten.“

 

In der Umgebung dagegen herrschen weniger strenge Sitten: Höfe, Gärten und andere Jagdgründe in der Nachbarschaft dürfen von allen Katzen genutzt werden. Allerdings hat jedes Tier nur zu bestimmten Zeiten auf bestimmten Pfaden Wegerecht – so dass sich die Jäger auf ihren Pirschgängen nicht in die Quere kommen. Mit Duftmarken und Kratzspuren zeigen die Tiere einander an, wann welcher Weg von wem in Anspruch genommen wird. Neulinge im Revier können das freilich noch nicht wissen und sind daher öfter unverhofften Begegnungen ausgesetzt. Wenn sie die Gepflogenheiten des „Katzenknigge“ kennen, bleibt ihnen der Kampf jedoch meist erspart: Jetzt heißt es stehen bleiben, sich wechselseitig eine Weile anstarren und dann schließlich zur Seite treten und den anderen passieren lassen – beim nächsten Mal und auf einem anderen Pfad kann er es sein, der den Weg freimachen muss.

Revierverhalten - Ich geh dann mal Foto Andrea71 pixelio.deIch geh dann mal - Foto: Andrea71 pixelio.de

Ob die kätzischen Nachbarn sich schließlich friedlich oder nicht ganz so friedlich arrangieren: Wer seiner Katze Freilauf gewährt, sollte dafür sorgen, dass sie sich jederzeit in ihr schützendes Heim zurückziehen kann. Hilfreich dabei: Die Katzenklappe. Durch sie können allerdings auch weniger freundlich gesinnte Nachbarn in das „Heim erster Ordnung“ eindringen. Weil solche „Einbrüche“ meist nachts stattfinden, plädiert die Katzen-Expertin dafür, die eigene Samtpfote nachts im Haus und die Klappe bis zum Morgen geschlossen zu halten.

 

Text: IVH