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Kratzbürstige Katze?

Katze auf Kratzbaum Foto Copyright Susan Hauke www.pixelio.de kopie

Krallenwetzende Miezen an Kratzbaum gewöhnen

Wenn Möbel und Tapeten plötzlich Kratzspuren aufweisen, ist der Schuldige schnell entlarvt. Aber warum tut der sonst so liebe und pflegeleichte Vierbeiner so etwas? Und wie schafft man Abhilfe?

Man kann Katzen das Krallenwetzen nicht abgewöhnen, aber das woran! Und da hilft ein Kratzbaum oder Kratzbrett richtig gut!

„Das Wetzen der Krallen hat für die Katze mehrere unverzichtbare Funktionen“, erklärt Gerd Ludwig, Zoologe und Autor zahlreicher Ratgeberbücher über Katzen. „Es sorgt dafür, dass stumpfe und abgenutzte Hornhülsen entfernt werden und die Krallen für die Jagd stets scharf und einsatzbereit sind.“ Krallenwetzen hat darüber hinaus aber auch Signalcharakter. Ludwig: „Auf diese Weise teilt die Katze ihren Artgenossen mit, dass sie hier war und für dieses Revier Besitzansprüche anmeldet. Dabei werden gleichzeitig über die Pfotenballen auch Duftstoffe abgegeben. Und nicht zuletzt dient Krallenwetzen dem Imponieren, wenn dabei eine andere Katze zuschaut.“

Der Drang zum Wetzen und Schärfen der Krallen ist Katzen angeboren und gehört zu ihrem sogenannten Komfortverhalten. Abgewöhnen oder aberziehen kann man ihn nicht.

Ein Kratzbaum gehört in jeden Katzenhaushalt

Ein Kratzbaum oder zumindest ein Kratzbrett pro Katze sind Pflicht in jeder Katzenwohnung. Nur so lässt sich Mieze davon abhalten, ihre Krallen am Mobiliar, an Sofa, Teppich und Tapete zu erproben. Das gilt gleichermaßen für reine Wohnungstiger wie für Katzen mit Auslauf. „Der Kratzbaum sollte schon beim Einzug der Katze bereitstehen, um zu verhindern, dass sich das neue Familienmitglied andere, unerwünschte Kratzstellen aussucht. Hat sie sich mit denen nämlich erst einmal angefreundet, macht es viel Mühe, sie wieder davon abzubringen“, erklärt der Experte.

Man kann das Kratzen in gewünschte Bahnen lenken

Um die Tiere an die Nutzung der Kratzutensilien zu gewöhnen, ist die Standortwahl von entscheidender Bedeutung. „Der Kratzbaum muss dort stehen, wo sich die Katze häufig aufhält, also auf keinen Fall irgendwo in einer abgeschiedenen Wohnungsecke oder in einem zugigen Flur“, so der Experte. Auch ein sicherer Stand ist sehr wichtig: „Ein Kratzbaum, der wackelt, wird nicht angenommen. Zur Befestigung sind Deckenspanner ideal, die an der Zimmerdecke verschraubt werden.“

Um eine Katze mit dem noch fremden Kratzbaum vertraut zu machen, kann man sie an den Baum setzen und mit ihren Pfotenballen sanft über die Oberfläche fahren. Ludwig: „Dabei werden Duftstoffe übertragen und der Kratzbaum quasi von der Katze in Besitz genommen.“ Natürlich sind auch Leckerlies, die auf den Etagen des Baums verteilt werden, und Spielangebote hilfreich, um Katzen für ihren neuen Besitz zu begeistern. Ein Kissen mit Katzenminze kann zusätzliche Überzeugungsarbeit leisten.

Sollte die Katze dennoch einmal die Wohnungseinrichtung zum Krallenwetzen missbrauchen, kann man die entsprechenden Möbelstücke übergangsweise mit Alufolie oder dicker Plastikfolie umwickeln, denn diese Materialien eignen sich aus Sicht der Katze nicht zum Krallenschärfen.

Text: IVH - Foto: Copyright Susan Hauke www.pixelio.de

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