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Blonder Junge mit MeerschweinchenFoto: IVH

Neuer Partner wichtig gegen Einsamkeit

Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere. Eine Gruppe oder ein Pärchen bietet sich gegenseitig Schutz, Unterhaltung, Freundschaft und Partnerschaft. Stresssituationen werden gemeinsam besser gemeistert. Deshalb trifft es Meerschweinchen besonders, wenn ein Weggefährte stirbt und ein Tier allein zurückbleiben muss.

„Vor allem bei Meerschweinchen, die in einer sehr kleinen Gruppe oder nur zu zweit gehalten wurden, sollte schnellstmöglich ein neues Tier gesucht werden, das die entstandene Lücke schließen kann“, erklärt Dr. Immanuel Birmelin, Verhaltensforscher und Ratgeberautor für Heimtiere.

Der neue Freund oder Partner sollte zu dem oder den Hinterbliebenen passen, aber worauf kommt es dabei an? „Das neue Meerschweinchen sollte am besten das gleiche Geschlecht haben wie das verstorbene Tier. Im günstigsten Fall nimmt man jüngere Tiere, denn es hat sich gezeigt, dass diese sich meist besser anpassen als Ältere“, so der Experte.

Bei der Vergesellschaftung von Männchen und Weibchen ist darauf zu achten, dass kein ungewollter Nachwuchs entsteht. Weibchen werden schon im Alter zwischen drei und fünf Wochen geschlechtsreif, Männchen mit sieben bis acht Wochen. Kommt also beispielsweise ein junges Männchen hinzu, ist seine Kastration notwendig. Bis zum Eingriff, und um ganz sicher zu gehen noch sechs Wochen danach, sollte er zunächst durch ein Gitter von dem oder den Weibchen getrennt sein. Nach dieser Zeit steht der endgültigen Zusammenführung nichts mehr im Weg.

Birmelin: „Ist der neue Mitbewohner auch noch so sorgfältig ausgewählt, muss den Tieren dennoch Gelegenheit gegeben werden, sich kennenzulernen. Kleinere Anfangsdifferenzen klären die Rangfrage und legen sich in der Regel sehr schnell.“ Helfen können in der Kennenlernphase auch Versteckmöglichkeiten, zum Beispiel in Form von Schlafhöhlen. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und sich eine Pause vom neuen Mitbewohner zu nehmen.

Bis ein neuer Partner gefunden ist, sollten sich die Menschen besonders aufmerksam ihrem Tier widmen. Auch Ablenkung wie ein neuer Hindernisparcours oder ein Extraleckerli können ersten „Trost“ spenden. „Jedoch kann der Mensch niemals den Artgenossen ersetzen“, betont Birmelin ausdrücklich.

Text und Foto: IVH